Zeitung Heute : Binsentorheiten

David Ensikat

Ja, ja, es ist schon so eine Sache mit der Liebe. Mit der „Bestie Liebe“ – schreibt Marek van der Jagt lieber, weil das doller klingt (Marek van der Jagt klingt auch doller als Arnon Grünberg, der eigentliche Name des 32-Jährigen). Van der Jagt nennt auch seinen Helden van der Jagt. Bemüht sich, dolle Dinge über die Liebe zu sagen, dabei, so scheint’s, hat er nichts zu sagen. Jedenfalls hat er nichts zu erzählen. Er schreibt: „Sex endet entweder mit einer Dusche oder dem Tod.“ Boah! Trotzdem duscht niemand, und es stirbt eigentlich auch keiner. Die Geschichte: Junge will herrschen, wird Don Juan und betrügt eine um die andere. Dann versucht er’s mit einer, die so tut, als betrüge sie ihn. Als er erfährt, dass sie doch treu ist, ist wieder alles furchtbar. Das bekommt van der Jagt locker auf 90 Seiten unter, denn er behauptet es nur. Keine Aktionen, keine Reaktionen, nur Binsenweis- und Binsentorheiten.

Marek van der Jagt: Monogam. Roman. Diogenes, Zürich. 90 S., 12,90 €.

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