Zeitung Heute : Bio-Textilien: Produkt: Mit Silber gegen Juckreiz

Die Schätzungen schwanken stark, doch einige Millionen Menschen allein in Deutschland leiden an Neurodermitis, auch Juckflechte genannt. Bei ihnen bilden sich entzündlich gerötete, stark juckende Knötchen mit Krustenbildung, bevorzugt an Gesicht, Hals, Brust, Schulter und Gelenkbeugen, die auch in schlaflosen Nächten immer wieder aufgekratzt werden, bis sie bluten. "Neurodermitiker leiden oft an einem zusätzlichen Befall mit Bakterien vom Typ der Staphylokokken auf der Haut, was deren Entzündung noch verschärft", sagt Dirk Höfer, Leiter der Medizinforschung am Bekleidungsphysiologischen Institut Hohenstein und Humanbiologe.

Der bayerische Hersteller Tex-a-med hat eine Textilfaser auf den Markt gebracht, die mit antibakteriell wirksamem Silber ummantelt ist und zu Kleidungsstücken und Bettwäsche verwoben wird. Frei werdende Silber-Ionen sollen die Membran der Bakterien zerstören - eine Art fortwährende Eigensterilisation. Der quälende Juckreiz wird vermindert, und die Haut soll ohne Zusatzinfektionen abheilen. Das Silber ist fest in der Faser verankert. "Auch nach 150 Wäschen ist noch so viel Silber vorhanden, dass die Faser effektiv ist", behauptet Sema Tekelioglu von Tex-a-med. Die auch gegen Hautpilze wirksame Spezialkleidung ist nicht ganz billig, eine Herrenhose kostet 150-160 Euro, doch schon heute übernähmen einige Krankenkassen die Kosten. Die Produktpalette reicht vom T-Shirt über die lange Hose für Erwachsene bis zur Babykleidung. Wegen des 20-prozentigen Silberanteils der Fasern ist die Kleidung allerdings stets grau.

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