Zeitung Heute : BIOPIC

Mandela: Der lange Weg zur Freiheit.

864 Seiten prallvolle Lebensgeschichte in nur 152 Filmminuten. Verständlich, dass Drehbuchautor William Nicholson Bammel vor dem Weglassen, Gewichten und Sortieren von Nelson Mandelas Autobiografie hatte. Vielleicht ist ihm mit Regisseur Justin Chadwick gerade deshalb Großes geglückt: Man weiß, was fehlt, aber man vermisst es nicht. Im Gegenteil, der Film ist ein hervorragendes Destillat der 1994 veröffentlichten Memoiren. Behutsam kittet das Team Erinnerungslücken und richtet die Scheinwerfer auch auf die dunklen Seiten eines Mannes, der wie ein Heiliger verehrt wird. Bemerkenswert, dass die Filmemacher in keine dramaturgischen Fallen tappen. Das liegt auch an den Darstellern, angeführt von Idris Elba („The Wire“). Er sieht dem Vorbild zwar nicht ähnlich, hat aber den gepressten Gang, die schwingende Rechte beim Boxen und die konzentrierte Miene Mandelas genau studiert. Gut.Esther Kogelboom

GB/ZA 2013, 152 Min., R: Justin Chadwick, D: Idris Elba

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