Zeitung Heute : Bis nach China - mit dem Arzt in der Gruppe

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Mit einem breiteren Angebot für Menschen im Alter über 70 Jahren startet der Studienreiseveranstalter Studiosus ins Jahr 2002. Der neue Katalog "Reiseträume" bietet spezielle Reisen für Menschen, die zwar "reiseerfahren sind, an normalen Studienreisen, die ja durchaus auch anstrengend sind", so Studiosus-Sprecher Klaus A. Dietsch, "nicht mehr teilnehmen wollen oder können". Geboten werden diesem Personenkreis "Urlaubstage mit Muße".

Dabei reicht die Palette von der Vier-Tage-Bahnreise ins Erzgebirge über die achttägige Flugreise an den Golf von Neapel bis zur Chinareise, auf der die Gäste Peking und Schanghai erkunden sowie eine Jangtse-Kreuzfahrt erleben. Die besondere Betreuung der Reisenden in Bezug auf die Gepäckbeförderung oder Unterstützung am Flughafen wird vom Veranstalter hervorgehoben, auf der Chinareise wird die jeweilige Gruppe sogar ein deutscher Arzt begleiten. Insgesamt hat Studiosus für 2002 zwölf Kataloge aufgelegt, die das Unternehmen mit Sitz in München jetzt in Berlin vorstellte.

Die "Reiseträume" bestehen aus 28 Angeboten, darunter auch Touren nach Norwegen, ins Baltikum, nach Masuren, Österreich, Malta, Frankreich und Südafrika sowie sechs Reisen zu Zielen zwischen Rügen und Bayern. Den Namen Studiosus sucht man in diesem Katalog jedoch vergebens: Als Veranstalter firmiert Klingenstein Reisen, ein Unternehmen, das wie auch Marco Polo, der "Spezialist für Entdeckerreisen", zur Studiosus-Gruppe gehört.

Das 2500 Seiten umfassende Gesamtprogramm des Veranstalters für das kommende Jahr steht unter dem Motto "Intensiverleben" und enthält mehr als 1000 Reisen in etwa 100 Länder zu rund 6500 Terminen. Ein Schwerpunkt ist die Mittelmeerregion, der gleich zwei Kataloge gewidmet sind.

Studiosus setzt jedoch nicht nur auf die Reiselust der "jungen und der alten Alten", sondern will mit der Produktlinie Young Line Travel auch die junge Generation zwischen 20 und 35 Jahren ansprechen. Die Programme etwa für Costa Rica, Burma, Neuseeland oder auf den afrikanischen Kontinent enthalten Aktivitäten wie Kanufahrten, Nachtwanderungen oder Bungee-Springen, und gemäß dem Motto der meisten Studienreiseveranstalter "weg vom Trümmertourismus" werden nicht nur Ausgrabungen, Museen und Kirchen unter fachkundiger Führung besichtigt, sondern es wird auch das Nachtleben der jeweiligen Zielgebiete erkundet.

Kunden des Spezialreiseveranstalters müssen dabei auch Preiserhöhungen gegenüber 2001 einkalkulieren: Touren in Europa werden um bis zu drei Prozent teurer, sagte Studiosus-Geschäftsführer Peter-Mario Kubsch. Einige Fernreisen - etwa nach China, Australien und Japan - können jedoch auch preisgünstiger angeboten werden.

Das mit dem 31. Dezember endenden Geschäftsjahr 2001 verlief für Studiosus nicht ganz so erfolgreich wie erwartet. Die Gästezahl ging um 5,7 Prozent auf 101 300 zurück, der Umsatz sank um 1,3 Prozent auf rund 416 Millionen Mark. Als primäre Gründe dafür nannte Geschäftsführer Kubsch die Maul- und Klauenseuche, die erhebliche Einbrüche bei den Buchungen nach Großbritannien, Frankreich und Skandinavien brachte, wo ganze Regionen für Besucher vorübergehend gesperrt waren. Die Terrorattacken bewirkten ein Übriges. Und für eine Reise nach Israel konnte der Veranstalter keinen einzigen Gast gewinnen.

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