Zeitung Heute : Blüten zwischen Licht und Schatten

Pflanztipps für die dunklen Bereiche des Gartens.

Simone Augustin (dpa)
Blüht auf im Schatten: Die Sterndolde mag es feucht mit wenig Sonne. Foto: dpa
Blüht auf im Schatten: Die Sterndolde mag es feucht mit wenig Sonne. Foto: dpaFoto: dpa-tmn

Wie schön ist an schwülen Tagen ein schattiges Plätzchen im Garten: Wo ein kühles Lüftchen weht und Bäume vor der Sonne schützen, kann man sich so richtig entspannen. Doch Hobbygärtner mögen den Schattenbereich oft nicht so gerne, da seine Pflege und die Gestaltung als eher schwierig gelten. Mit den richtigen Pflanzen ist das allerdings recht leicht.

„Es ist gerade das Wechselspiel aus Licht und Schatten, das einen Garten abwechslungsreich und spannend macht“, findet Ruth Bredenbeck, Leiterin der „GartenAkademie-Thüringen“ in Erfurt. Einem rein sonnigen Garten fehle häufig die Tiefe und Wirkung. An schattigen Flecken kommen dagegen Blattformen und Grünschattierungen zur Geltung. „Ein Schattengarten ist im Grunde recht pflegeleicht, solange man berücksichtigt, welche Ansprüche die Pflanzen dort haben“, sagt Bredenbeck. „Von einem englischen Rasen unter dichten, schattigen Bäumen sollte man sich deshalb lieber verabschieden, denn das kann nur misslingen.“

Bodendecker wie Immergrün oder Efeu seien passender und deutlich pflegeleichter. „Auch die nieren- und herzförmigen Blätter des Haselwurzes (Asarum) oder der robuste Beinwell (Symphytum grandiflorum) eignen sich hier“, sagt Joachim Röschenbleck, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Botanischen Gartens in Münster. Der Beinwell sei so robust, dass er sich sogar unter dichten Koniferen ausbreitet. Als kleinflächigen Akzent empfiehlt Röschenbleck das weiß-grüne Laub der Dickmännchensorte „Variegata“ (Pachysandra terminalis).

Je dichter der Schatten ist, desto weniger Blüten dürfe man erwarten, sagt Ruth Bredenbeck. Unter laubabwerfenden Gehölzen könne man dagegen die Frühjahrssonne noch für frühblühende Hasenglöckchen, Winterlinge, Schneeglöckchen und Waldanemonen nutzen. „Erst danach schließt sich dann das Blätterdach und macht den Bereich schattig.“ Zu den besonders reizvoll blühenden Stauden des Frühsommers zählt der Hohle Lerchensporn (Corydalis elata). Er ist so robust, dass er Schnecken, Frost und Trockenheit trotzt. Auch der Feuerkolben (Arisaema ciliata) ist hierfür geeignet.

Im Hochsommer erblühen hier auch Astilben, Sterndolden (Astrantia), Eisenhut (Aconitum), Ligularien (Ligularia) und Silberkerzen (Actaea). Die Funkie (Hosta) ist ein Klassiker unter den Blattschmuckstauden für schattige Bereiche. Die grünen, weißen, gelben und bläulichen Farbschattierungen der Blätter bringen ein abwechslungsreiches und stimmungsvolles Spiel ins Beet. „Hier sind besonders die schneckenfesteren Sorten der Hosta sieboldiana zu empfehlen, wie ,Big Daddy‘, ,Blue Angel‘ oder ,Great Expectations‘“, sagt Röschenbleck.

Als Gehölze eignen sich die Kolkwitzie (Kolkwitzia amabilis) oder die Eichenblatt-Hortensie (Hydrangea quercifolia). Sie blühen auch bei einem Mindestmaß an Licht. Die Hortensie hat zudem eine schöne Herbstfärbung. Röschenbleck empfiehlt auch die Zimterle (Clethra alnifolia), die von Juli bis September rosa oder weiß blüht.

Ein sonnenarmes Fleckchen ist den Pflanzen laut Bredenbeck allein nicht genug, viele brauchen genügend Bodenfeuchtigkeit. So entziehen besonders Fichten dem Boden weiträumig Wasser, so dass unter ihnen kaum etwas wachsen kann. Simone Augustin (dpa)

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