Zeitung Heute : Blütenreiche Sommerblumen Die dekorativen Spinnenpflanzen

sind ein Hingucker in jedem Garten

Tassilo Wengel

Spinnenpflanzen sieht man noch recht selten in den Gärten. Eigentlich schade, denn sie entwickeln sich an einem optimalem Standort zu wahren Prachtexemplaren mit attraktiven Blüten. Außerdem halten sie sich auch als Schnittblumen in der Vase fast zwei Wochen. Cleome, wie die Spinnenpflanzen botanisch heißen, gehören zur Familie der Kaperngewächse (Capparaceae). Sie sind mit etwa 150 Arten vor allem im tropischen Amerika und in Nordafrika zu Hause. Vorwiegend handelt es sich um Sommerblumen, aber auch einige Halbsträucher mit verschieden geformten und zusammengesetzten Blüten gehören dazu. Für den Garten ist nur Cleome hassleriana von Bedeutung, die im Südosten von Brasilien und in Argentinien zu Hause ist. Bei dieser attraktiven Art handelt es sich um eine etwa einen Meter hohe Pflanze mit gezähnten Blättern, die weichhaarig und etwas klebrig sind. Am Blattgrund befindliche Nebenblattdornen brachten der Pflanze auch den Namen „Dornige Spinnenpflanze“ ein. Die zahlreichen Blüten erscheinen von Juli bis in den Herbst hinein in lockeren, aufrecht stehenden Trauben. Da auch die Nebentriebe im Laufe des Sommers kandelaberartig auswachsen und Blütentrauben tragen, werden die Pflanzen immer eindrucksvoller. Die einzelnen Blüten sind lang gestielt und schmücken sich mit Staubgefäßen, die weit über die Blüte hinausragen und eine gewisse Ähnlichkeit mit Spinnenbeinen haben.

In Kultur sind vor allem Sorten wie ,Helen Campbell‘ (weiß), ,Treurosa Königin‘ (rosa), ,Kirschkönigin‘ (rot) und ,Violettkönigin‘ (violett). Von diesen Farbvarianten gibt es auch Mischungen, in denen alle Farben vertreten sind.

Jungpflanzen werden nur selten angeboten. Deshalb muss man die Spinnenpflanzen aus Samen selbst heranziehen, die es in jedem Samenfachgeschäft und in den meisten Gartencentern gibt. Die Anzucht erfolgt auf dem Fensterbrett in einem warmen Raum, da die Samen erst ab einer Temperatur von 18 Grad Celsius keimen. Da Spinnenpflanzen Lichtkeimer sind, darf der Samen nach der Aussaat nicht mit Erde bedeckt werden. Gleichmäßig feucht, aber nicht nass gehalten, gehen die Samen nach ein bis drei Wochen auf. Erst wenn sich nach den Keimblättern die ersten Laubblätter entwickelt haben, werden die Keimlinge in Schalen oder Töpfe, die mit einer humosen, nährstoffreichen Erde gefüllt sind, eingepflanzt. Man nennt diesen Vorgang „vereinzeln“. Haben die Pflanzen eine Höhe von zehn bis 15 Zentimetern erreicht, ist ein erneutes Verpflanzen nötig. Diesmal verwendet man Töpfe mit einem Durchmesser von acht bis zehn Zentimetern. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die Jungpflanzen abzuhärten. Man wählt dazu einen kühlen Ort aus. Sobald die Nachttemperaturen nicht mehr unter zehn Grad Celsius fallen, können sie in den Garten gepflanzt werden. Als Standort geeignet ist ein sonniger Platz. Der Boden sollte nährstoffreich sein. Man setzt die Spinnenpflanzen in Horsten von drei bis fünf Exemplaren in einem Abstand von 50 Zentimetern in den Erdboden. Sie lassen sich auch gut zwischen Sommerblumen etablieren. Sehr dekorativ wirken sie auf Rabatten, auch in Tuffs im Rasen kommen sie gut zur Geltung.

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