Zeitung Heute : Blumenkohleintopf mit diversen Einlagen

…und das Mohnöl dazu

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Von Kurt Jäger Für vier Personen brauche ich einen großen Blumenkohl oder zwei kleine. Die Röschen schneide ich in mundgerechte Stücke, den Strunk, der am Ende übrig bleibt, sollte man auf keinen Fall wegwerfen. Der Strunk, hat mein Vater immer gesagt, der sei das allerbeste. Und das stimmt. Wenn Sie den einmal probiert haben, fragen Sie sich, warum Sie den all die Jahre immer so missachtet haben.

Man kann ihn abziehen wie Rhabarber und dann in kleine Stückchen schneiden, so gart er nicht länger als die Röschen. Dazu kommen dann noch vier mittelgroße Möhren, geschält und gewürfelt. Dann eine Brühe aufkochen lassen, einen Liter Flüssigkeit braucht man mindestens, den Blumenkohl hineingeben und zehn Minuten kochen lassen. Wer keine Brühe hat und keine Brühwürfel mag, muss mit Gemüse und Gewürzen arbeiten: zwei, drei Lauch- oder Frühlingszwiebeln klein schneiden und mit dem Blumenkohl ziehen lassen. Ich mag es auch, wenn man noch vier, fünf klein geschnittene Trockenpflaumen mitkocht. Am Ende mit Petersilie oder Zitronenmelisse abschmecken und noch einmal kurz ziehen lassen. In tiefen Tellern mit Olivenöl servieren, zwei Teelöffel Öl brauchen Sie pro Person, und die vegetarische Variante ist fertig.

Die fleischliche Variante kann man mit Pute zubereiten, da nehme ich insgesamt 300 Gramm. Das Fleisch wird einfach klein geschnitten und zusammen mit dem Gemüse gegart. Das ist in zehn Minuten fertig. Das gleiche gilt für Hähnchenbrust. Stücke von der Hähnchenkeule würde ich zehn Minuten vor dem Blumenkohl in die Brühe geben, die brauchen länger.

Krabben oder andere Meeresfrüchte sollte man in einem extra Topf kurz in einem Teil der heißen Eintopf-Flüssigkeit schwenken und gleich in die Teller geben und auffüllen. Aber auf keinen Fall das Öl vergessen! Ich mache auf jede Suppe ein schönes Öl drauf. Zu Blumenkohl passt auch Mohn- oder Traubenkernöl ganz hervorragend. Die Gäste fragen manchmal, warum so viel Fett? Da habe ich immer dieselbe Antwort: Freunde, Ihr müsst den Geschmack reinkriegen. Fett ist einfach ein Geschmacksträger.

Kurt Jäger ist Chefkoch im Hotel Haferland auf dem Darß.

Obwohl Berlin traditionell eine Mohngegend war, ist Mohnöl inzwischen schwer aufzutreiben. Eine Ausnahme: SoLuna, Gneisenaustraße 58 (Tel: 50598405) presst selbst, bei höchstens 26 Grad. 7,50 Euro kostet das herbe Mostöl dort pro Flasche (0,5 l). stf

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