• BMW i3 Mutig gegen den Strom Renault Zoe: Elektroauto für die Masse Tesla Model S: Luxus unter Strom Toyota iQ EV Der kleine Ausreißer Nissan Leaf Neue Kleider für den Pionier Luxus, Massenware und Experimentelles

Zeitung Heute : BMW i3 Mutig gegen den Strom Renault Zoe: Elektroauto für die Masse Tesla Model S: Luxus unter Strom Toyota iQ EV Der kleine Ausreißer Nissan Leaf Neue Kleider für den Pionier Luxus, Massenware und Experimentelles

Studien von Elektrofahrzeugen gibt es so viele, wie Absichtserklärungen massentaugliche Modelle auf die Straßen zu bringen. Doch nur wenige kompakte Stadtautos mit Elektroantrieb sind bereits unterwegs. Einige haben wir uns einmal etwas genauer angesehen:.

Preiswert. Der Franzose ist mit 21 700 Euro das derzeit günstigste E-Auto. Foto: Promo
Preiswert. Der Franzose ist mit 21 700 Euro das derzeit günstigste E-Auto. Foto: PromoFoto: Renault

Mut ist eine Tugend, die man BMW nicht absprechen kann. Als einziger deutscher Hersteller gibt es aus München ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität. Schon in diesem Herbst soll das mit dem Markteintritt des i3 bewiesen werden. Während die anderen Deutschen noch zaudern, prescht BMW nach vorne. Denn der i3 soll keineswegs eine Mini-Serie für ein besseres Image werden. Das Leipziger Werk wurde schon ausgebaut und eingerichtet um eine fünfstellige Zahl der elektrifizierten Kleinwagen zu produzieren. Die Reichweite des Elektromotors soll bei 160 Kilometer liegen. Der Motor entwickelt 250 Newtonmeter Drehmoment und eine Leistung von 170 PS. Per Schnellladung soll er in 30 Minuten wieder auf 80 Prozent aufzuladen sein. Beim Preis will BMW unter der Marke von 40 000 Euro bleiben.

Der Kurs bei Renault steht klar auf Elektromobiliät. Kein anderer großer Autokonzern hat so entschieden Modelle mit Elektroantrieb entwickelt wie die Franzosen. Ob sich das eines Tages auch in Verkaufserfolgen niederschlägt, ist bisher noch offen. Der Zoe hat jedenfalls das Potenzial zum einem elektrischen Bestseller. Der Kleinwagen fährt mit einem Elektromotor mit umgerechnet 88 PS und erreicht damit bis zu 135 Stundenkilometer. Dann wird der Vortrieb zugunsten des Akku-Kapazität abgeriegelt. Die Reichweite soll bei 210 Kilometern liegen. Erste Tests zeigten, dass die Grenze wohl eher bei 150 Kilometern liegt. Im Innenraum zeigt sich, an welcher Stelle gespart wird. Die Materialien wirken etwas billig. Derzeit lässt sich der Zoe nur an einer Wallbox mit Starkstrom aufladen. Laternenparker bleiben außen vor.

Für Superlative war Tesla schon immer gut. Die Firma aus Kalifornien leistet der Elektromobilität wichtige Dienste, denn sie zeigen, dass Elektromobilität keineswegs langweilig sein muss. Das gelang bereits mit dem Roadster, einem flotten Sportwagen mit Elektroantrieb. Diesen Wurf will Tesla mit dem Model S wiederholen. Dazu hagelte es bereits vorab Superlative. Eine Reichweite von 480 Kilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h gehörten dazu. Dabei ist das Auto keineswegs ein Spezial-Fahrzeug ohne Praxisbezug. Das Model S ist vielmehr eine Luxus-Limousine mit Ledersitzen und allem Komfort, den Kunden der oberen Mittelklasse so wünschen. Der Tesla beschleunigt in 4,4 Sekunden auf 100 km/h. Im August dieses Jahres kommt das Model S auf den deutschen Markt.

Eigentlich setzt Toyota voll auf Hybrid. Die Japaner waren hier Pioniere und sind gerade dabei in jeder Baureihe ein Modell mit Hybridantrieb zu etablieren. Ansonsten sieht man eher die Brennstoffzelle als Antrieb der Zukunft. Aber mit dem iQ EV will Toyota zeigen, dass man auch das Metier des Vollzeit-Stromers beherrscht. Deshalb wird der iQ wohl noch in diesem Jahr als reines Elektroauto in einer Kleinserie auf den Markt kommen. Ein 64 PS starker Elektromotor treibt den Kleinwagen mit 163 Newtonmeter flott nach vorne. Der Akku hat nur eine Kapazität von 11,6 Kilowattstunden. So ist denn auch nach 85 Kilometern schon Schluss. Wobei diese Reichweite für Großstädter ausreichend sein dürfte. Der echte Haken am Toyota iQ EV ist der Preis. Mit 36 300 Euro ist er dreimal so teuer wie ein Benziner aus der gleichen Baureihe.

Der Nissan Leaf hat sich eine Pionierrolle erarbeitet. Denn während andere Hersteller sich noch mit ihren Studien zu Elektroautos auf Messen schmücken, rollte das Kompaktmodell schon im Jahr 2009 in Serie auf die Straße. Daher dürfte er das derzeit einzige Elektroauto sein, das bereits eine Modellpflege erfährt. Dabei haben die Japaner vor allem an den Feinheiten gearbeitet. So wurde die Aerodynamik verbessert und die nominelle Reichweite stieg auf 199 Kilometer. Dafür wurde der Stromverbrauch der Klimaanlage um 70 Prozent verringert. Dazu gibt es jetzt drei Ausstattungslinien, die deutlich mehr Annehmlichkeiten bereit halten. Die Akku-Kapazität von 24 Kilowattstunden, die Leistung von 109 PS und die Höchstgeschwindigkeit von 144 km/h blieben gleich. Auch beim Preis ist sich Nissan mit 29 690 Euro treu geblieben.

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