Zeitung Heute : Böhnhardts Mutter klagt im NSU-Prozess Behörden an

München - Die Mutter des rechtsextremen Terroristen Uwe Böhnhardt hat am Dienstag im NSU-Prozess schwere Vorwürfe gegen die Thüringer Behörden erhoben. Ihr gehe nicht aus dem Kopf, „was alles hätte verhindert werden können, wenn Verfassungsschutz und Staatsanwaltschaft Wort gehalten hätten“, sagte Brigitte Böhnhardt als Zeugin im Oberlandesgericht München. In diesem Fall „wäre all das nicht geschehen“.

Der Thüringer Verfassungsschutz hatte 1998 über einen Anwalt angedeutet, für Uwe Böhnhardt sei eine reduzierte Strafe möglich, wenn er und die ebenfalls untergetauchten Uwe Mundlos und Beate Zschäpe sich stellen. Die drei wurden wegen des Baus von Rohrbomben gesucht. Ein Handel mit der Staatsanwaltschaft Gera kam jedoch nicht zustande.

Über die Verantwortung ihres Sohnes für die schweren Verbrechen des NSU sprach Brigitte Böhnhardt hingegen nicht. Sie gab aber zu, dass sie und ihr Mann sich dreimal konspirativ mit dem Sohn, Mundlos und Zschäpe in Chemnitz getroffen hätten. Den vor zwei Jahren mutmaßlich durch Suizid ums Leben gekommenen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sowie der in München angeklagten Beate Zschäpe werden zehn Morde vorgeworfen.fan

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