Zeitung Heute : Bohemien in Bus und Bahn

REIMZEIT Neues Buch, neues Programm: Vorlese-Star Horst Evers bittet zum „Großen Bahnhof“

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Wenn in einem Kabaretttheater ein Programm mit dem Titel „Großer Bahnhof“ angekündigt ist, mag man „Stuttgart 21“ oder Unbilden der Deutschen Bahn assoziieren. Bei Horst Evers stimmt das nur sehr bedingt, schließlich ist er kein explizit politischer Kabarettist. Dennoch erzählt der perfekt integrierte Wahlberliner aus dem niedersächsischen Evershorst gern von seinen Abenteuern in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die benutzt er öfter denn je, nicht nur zwischen Kreuzberg und Mitte, nötigt doch der Erfolg zu manch ausge- dehnter Auftrittstour. Der 43-jährige Fantasiebolzen ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie man als Mitglied einer Lesebühne Solokarriere machen kann.

Seit 1988 erfreut er mit seinem Vortrag komischer Kataströphchen und absurd kulminierender Kalamitäten, vor allem im Kreise des derzeit 6-köpfigen „Frühschoppen- Teams“ (immer sonntags im Jazzclub Schlot). Seine Stammrolle als vorzugsweise bewegungsarmer, doch aufmerksam beobachtender Bühnen- Bohemien ist in mittlerweile fünf Büchern nachzulesen. Aus dem neuesten – passgenauer Titel: „Für Eile fehlt mir die Zeit“ (Rowohlt) – stammt nebenstehender Auszug. Er belegt ein weiteres Mal, wie praktisch es ist, in Berlin Bus zu fahren: Rumsitzen, zugucken, auf- schreiben, und fertig ist die irgendwie, nun ja: beinah wahre Geschichte. eNTe

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