Zeitung Heute : Brandenburg: Polo spielen in Phöben

Vielleicht stattet der englische Thronfolger Prinz Charles dem brandenburgischen 565-Einwohner-Dorf Phöben demnächst mal einen Besuch ab. Möglich wäre es. Denn Prinz Charles spielt leidenschaftlich gern Polo, und Phöben kann mit Deutschlands größter Poloanlage um die Gunst des Königs im Wartestand werben. Direkt vor den Toren Berlins erstreckt sich auf 43 Hektar die Poloanlage mit vier Plätzen, einer Halle und 150 Pferdeboxen. Bis zum Jahresende wird die elf Millionen Mark teure Anlage komplett fertig gestellt sein. Im kommenden Jahr ist Phöben Austragungsort der Polo-Europameisterschaften.

Früher stand auf dem Gelände eine Gärtnerei. Nach der Wende lag alles brach. Die Gewächshäuser rotteten langsam vor sich hin. Bis Dirk Gädeke, Geschäftsführer der Polo- und Reitanlagen Phöben auf die Idee kam, eine Poloanlage zu bauen. "Wir waren froh, dass jemand aus dem Gelände etwas macht. Denn die Qualität des Bodens ist nicht die beste", sagt Bernd Warsawa, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde.

Nicht nur Polospieler können hier ein gepflegtes Match spielen. Ausdrücklich heißt der Poloclub auch "normale" Reiter willkommen. Das ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Denn in ganz Deutschland gebe es nur etwa 250 Polospieler, schätzt Gädeke. Polo ist kein Sport für Arme. Der Jahresbeitrag im Poloclub kostet 1000 Mark. Ein Polopferd ist für 5000 bis 20 000 Mark zu haben. Dazu kommen dann für jedes Pferd 650 Mark im Monat für die Box und die Pflege.

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