Zeitung Heute : Brasilien – Ghana

Achtelfinale, WM-Stadion Dortmund, 17.00 Uhr, live in der ARD und bei Premiere

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Die Verteidigung der Ghanaer steht einwandfrei. Die Eingangstore des Würzburger Kickers-Stadions, in dem sie trainieren, sind verschlossen. Der Mannschaftsbus verstellt offene Zaunfelder, die Sicherheitskräfte verwehren selbst Passanten den Blick ins Stadion. Gegen diesen Abwehrriegel ist kein Durchkommen.

Die Kicker trainieren taktische Feinheiten und Elfmeterschießen für das Achtelfinale gegen Titelverteidiger Brasilien. Mehr dringt nicht durch. Trainer Ratomir Dujkovic sagt: „Wenn man Ronaldinho stoppt, ist da Ronaldo. Wenn man Ronaldo stoppt, ist da Roberto Carlos. Und wenn man ihn stoppt, ist da Cafu.“ Es werde also ganz schön schwierig. Nun, wenn das keine Floskel ist. Dann aber Dujkovics flinker Konter. „Die Brasilianer mit all ihren Stars spielen als Mannschaft noch nicht so gut. Unsere Stärke ist der Zusammenhalt.“

Entscheidend wird sein, ob das heute ausreicht, um zum Beispiel den Ausfall seines gelbgesperrten Spielmachers Michael Essien zu kompensieren. Mit ihrem Topstar vom FC Chelsea hat die Mannschaft in der Vorrunde überzeugt, vor allem beim ungefährdeten Sieg gegen die Tschechen.

Es würde den Ghanaern zumindest nicht schaden, wenn es stimmt, was aus dem Lager des Gegners kolportiert wird: dass es dort Unruhe gibt. Die Reservisten, die beim 4:1-Sieg gegen Japan allesamt einen guten Eindruck hinterließen, wollen ihren Platz nicht räumen. Schließlich habe der Trainer gesagt, dass es keine Stammelf gebe, sagt etwa Mittelfeldspieler Juninho von Frankreichs Meister Olympique Lyon.

Einigen Stammkräften schlagen die Zweifel an ihrer Form schon aufs Gemüt. Sturmstar Adriano ist frustriert und nach dem Training für Statements nicht mehr zu haben, seit er das Spiel gegen Japan auf der Ersatzbank erlebte. Statt seiner brachte Robinho Schwung in den bisher recht lauen Sturm der Selecao. Ob er spielen wird, ist aber unklar. Am Samstag brach er wegen Problemen im rechten Oberschenkel das Training ab. Kapitän Cafu geht derweil davon aus, in die Mannschaft zurückzukehren. Auch Linksverteidiger Roberto Carlos glaubt an seinen Einsatz. Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira sagt bisher nur, er wolle am taktischen Konzept mit zwei Stürmern und zwei Offensivkräften dahinter festhalten. Dass Kaka und Ronaldinho auflaufen, steht außer Frage. Aber nicht sie allein werden sich auf ein hartes Spiel gefasst machen müssen. Die Ghanaer haben in der Vorrunde die meisten Fouls begangen. Wie gesagt, sie tun alles, damit der Riegel steht.

Schiedsrichter:

Lubos Michel (Slowakei)

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