BRITISCHE DEBATTE ÜBER SPORTFÖRDERUNG UND SCHULSPORT : Teure Gewinner und junge Verlierer

„Inspire a Generation“ hieß das Olympiamotto. Schon hat Olympia zu einem reißenden Absatz von Fahrrädern, Rudermaschinen und Sportbekleidung geführt. Aber wie dauerhaft wird die Begeisterung der faulen und übergewichtigen Briten für Sport und schnelle Bewegung sein? Die Regierung weiß, dass der Medaillenerfolg der Briten auch durch Geld erkauft wurde – über 300 Millionen Pfund, die „UK Sports“ in den letzten vier Jahren in die Förderung der besten Athleten steckte. Flankiert wird diese Spitzen- durch Breitenförderung, unter anderem durch 40 000 freiwillige „Sportsmakers“ im ganzen Land. Premier Cameron gab am Wochenende bekannt, dass diese Förderung mindestens bis Rio 2016 bleiben wird: jährlich rund 125 Millionen Pfund (rund 159 Millionen Euro) – 87 Millionen aus Lottogeldern, der Rest direkt von der Regierung. Außerdem hat eine Debatte über

Schulsport
begonnen: Labour Chef Ed Miliband fordert, dass wieder zwei Stunden Sport in den Lehrplänen verbindlich vorgeschrieben werden. Premier Cameron will den Schulen mehr Freiheit geben und weniger Vorschriften machen, will aber wieder „mehr Kampfsportarten und weniger indisches Tanzen“ in den Schulen. Denn in den letzten Jahrzehnten wurden von vielen Schulen Kampfsportarten aus dem Lehrplan gestrichen. Jemanden zum Gewinner eines Wettbewerbs zu erklären, habe pädagogisch negative Auswirkungen für die Verlierer in der Klasse, so Pädagogen. Viele Schulen und Kommunen verkauften sogar aus Geldnot ihre Schulsportplätze. mth

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben