Britische Ensembles : Insel der Klangseligen

Zum „Empire“-Thema der Musikfestspiele reisen auch zahlreiche britische Interpreten von der Themse an die Elbe – vom Sinfonieorchester bis zum Ukulelenensemble.

Walkürenritt, wir kommen. The Ukulele Orchestra of Great Britain fand 1985 erstmals zusammen. Längst füllen die Musiker Säle wie die Royal Albert Hall. Ein Erfolg, der Nachahmer geweckt hat. Doch nur das Original ist wirklich originell. Foto: Dan Reid
Walkürenritt, wir kommen. The Ukulele Orchestra of Great Britain fand 1985 erstmals zusammen. Längst füllen die Musiker Säle wie...

Denkt man an Großbritannien, dann bewundert man auch das Fortleben von Traditionen in der Moderne. Musikalisch ist es die Chortradition, die seit dem Mittelalter ein einzigartiges Klima auf der Insel schafft. Die Chorknaben-Schulen an den Kathedralen und Colleges mit ihrer am a-cappella-Gesang geschulten Kunst haben Komponisten über Jahrhunderte inspiriert. Aus ihnen gehen heute noch ganz selbstverständlich Chorleiter, Dirigenten und berühmte Sänger hervor.

Wie Peter Phillips und seine Tallis Scholars. Seit 40 Jahren führt ihre Erforschung der englischen Renaissance-Musik zu packenden Konzerten. Auf ihrer Jubiläumstour haben sie natürlich auch Alte Musik von Thomas Tallis und William Byrd dabei (23.5.).

Das Orgelkonzert des Wahlengländers Händel steht im Mittelpunkt des Auftritts von John Scott. Lange wirkte er als Musikchef der Londoner St Paul’s Cathedral. Mitgebracht hat er Werke berühmter Organisten wie John Bull, aber auch Elgars „Imperial March“ (31.5.). Mit viel Luft rauscht auch das Blechbläserensemble London Brass durch Musik von Bach bis Ellington (31.5.).

Einer der wichtigsten britischen Musikexporte ist die Academy of St Martin in the Fields. Kein Kammerorchester hat mehr Platten aufgenommen. In Dresden spielt sie unter ihrem aktuellen Leiter, dem Geiger Joshua Bell (17.5.). Academy-Gründer Sir Neville Marriner dirigiert derweil die Dresdner Philharmonie, dabei erklingt auch das selten zu hörende Violinkonzert des Iren Hamilton Harty (25.5.).

Die großen Klangkörper der Insel sind prominent mit dem Philharmonia Orchestra aus London (26.5.) und dem City of Birmingham Symphony Orchestra (1.6.) vertreten. Beide musizieren unter ihren charismatischen Chefdirigenten, Esa-Pekka Salonen und Andris Nelsons.

Junge Interpreten sind mit der in Schottland geborenen Geigerin Nicola Benedetti (15.5.) oder dem Doric String Quartet (31.5.) zu entdecken, während die Geigerin Viktoria Mullova in England nicht nur eine neue Heimat, sondern mit dem Matthew Barley Ensemble auch neue künstlerische Partner gefunden hat (25.5.).

Humor darf bei Besuch aus England natürlich nicht fehlen. Die Auftritte des Ukulele Orchestra of Great Britain (26.5.) garantieren lustvolle Entdeckungen und lassen Beethovens „Ode an die Freude“ in zarten Tönen neu erklingen.

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