• BRITISCHE SCHULEN IN BERLIN INTERNATE UND PRIVATSCHULEN Aufbruch zu neuen geistigen Horizonten: Wer bietet und leistet was? Auf die feine englische Art

BRITISCHE SCHULEN IN BERLIN INTERNATE UND PRIVATSCHULEN Aufbruch zu neuen geistigen Horizonten : Wer bietet und leistet was? Auf die feine englische Art

In der Spandauer Villa Amalienhof wird nach dem britischen Lehrplan gelernt – und gelebt

Sandra Stalinski

DER LEHRPLAN

Beide Schulen betreuen Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 18 Jahren und unterrichten nach dem „English National Curriculum“, dem zentralen britischen Lehrplan, der Fächer wie Englisch, Mathematik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Geschichte, Geografie, Musik, Kunst

und Sport vorsieht.

INTERNATIONAL SCHOOL

VILLA AMALIENHOF

Heerstrasse 465

13593 Berlin

Tel.: +49(30) 36 43 98 20

E-mail: info@is-va.com

www.is-va.com

KOSTEN

Ganztagskita: 5.800 Euro/Jahr

Klasse 1 bis 13: 9400 bis 11 700 Euro/Jahr

SCHULABSCHLÜSSE

„International General Certificates of Secondary Education“ (IGCSE): entspricht dem

Mittleren Schulabschluss.

„A-Levels“: britisches Abitur.

THE BERLIN BRITISH SCHOOL

Dickensweg 17-19

14055 Berlin

Tel.: +49(30) 351 09 190

www.berlinbritishschool.de

KOSTEN

Ganztagskita: 6.496 Euro/Jahr Klasse 1 bis 13: 11 287 bis 13 203 Euro/Jahr

SCHULABSCHLÜSSE

IGCSE (deutscher Mittlerer Schulabschluss); „International Baccalaureate Diploma“: internationales Abi, das den Zugang zu vielen Universitäten weitweit ermöglicht.sast

Aus dem roten Backsteingebäude am Ende des Parks tönen Tamburinklänge, Rassel- und Trommelschläge. Die erste Klasse der internationalen Schule „Villa Amalienhof“ hat gerade Musikunterricht – auf Englisch. Denn die Schüler der Spandauer Schule kommen aus allen Teilen der Welt, zum Beispiel aus Kenia, Frankreich, Kuwait, Indonesien, Russland, der Türkei und Deutschland. „Das Besondere an unserer Schule ist, dass hier Kinder verschiedenster Nationalitäten zusammen zu leben und so Toleranz und Respekt vor anderen Kulturen lernen,“ sagt die Schulleiterin Martha Preus.

Die Schule ist eine von zweien in Berlin, die nach dem zentralen englischen Lehrplan unterrichten und Kinder von der Kita bis zum Advanced-Level, dem britischen Abitur, führen. Mit diesem Abschluss haben die Absolventen Zugang zu beinahe allen europäischen Universitäten. Sie sind häufig auch an US-amerikanischen Hochschulen gern gesehen. Um an einer deutschen Universität oder Fachhochschule studieren zu können, müssen die Schüler der Oberstufe lediglich darauf achten, die vom deutschen Schulsystem vorgeschriebenen Abiturfächer zu belegen.

Die fünf- und sechsjährigen Kinder der Musikklasse reichen singend einen Zettelkasten im Kreis herum. Als das Lied endet, zieht das Mädchen, das den Kasten in der Hand hält, einen der Zettel: „Slowly“ steht darauf. Sofort bringen die Kinder wieder die Klangstäbe und Xylophone, die Bongos und Schellenringe zum Klingen, doch diesmal ganz langsam und behutsam.

Was heute Musikzimmer, Bandprobenraum und Kunstatelier ist, war vor einem Jahr noch eine alte Remise. Peter Zühlsdorff, ehemals einer der einflussreichsten Manager Deutschlands, investierte bereits über eine Million Euro in das weitläufige Gelände an der Heerstraße, renovierte die ehemalige „Cambridge International School“. In der Villa des alten Gutshofs befinden sich die Klassenräume der Oberstufe, Labor, Bibliothek und ein Empfangsbereich. Alle Unterrichtsräume sind ausgestattet mit einem Computer und einer interaktiven Wandtafel, die sowohl als Bildschirm in Übergröße, als auch als Schultafel dient. Was auf ihr geschrieben wird, erscheint gleichzeitig im Computerdokument: der Finger auf der Tafel funktioniert wie der Mausklick am Computer. „Es ist uns wichtig, dass die Kinder schon von klein auf mit modernen Technologien in Berührung kommen,“ sagt Martha Preus. „Wir beginnen damit schon in der Kita.“ Die Klassenräume sind allesamt klein, denn sie müssen nur zehn bis zwölf Schülern Platz bieten. Momentan werden rund 100 Schüler von etwa 30 Lehrern unterrichtet.

In der Bibliothek sitzt gerade ein Schüler im Einzelunterricht. „Er kam erst im März zu uns und bekommt gerade Extra-Stunden in Englisch, damit er schneller auf das Niveau der anderen kommt,“ erklärt Martha Preus. Rund 30 Prozent der Schüler sind Deutsche. Wer ohne gute Englischkenntnisse an die Schule kommt, erhält so lange eine besondere Förderung, bis er dem regulären Unterricht auf Englisch problemlos folgen kann. Individuell und ganzheitlich will die Schule die Kinder fördern. „Sie sollen nicht nur lernen, sondern brauchen auch frische Luft, Natur und Bewegung,“ findet Martha Preus. Das 40 000 Quadratmeter große Parkgelände bietet hierfür alle Möglichkeiten. Unter einem Baum im Schatten sitzt die Englischklasse und tauscht Zusammenfassungen ihrer zuletzt gelesenen Bücher aus. Auf der Wiese sitzt ein Lehrer mit einem Grundschüler, der nicht am Sportunterricht teilnehmen kann, während sich seine Klassenkameraden auf den schattigen Waldwegen warm laufen: herum um das halbrunde Freilufttheater, den Schulteich und vorbei an den jungen Bäumchen, von denen jede Klasse eines selbst gepflanzt hat, gießt und großzieht.

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