Zeitung Heute : Brüder, zur Sonne

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DER VORGÄNGER

Matthias Platzeck (53), Brandenburgs Ministerpräsident, musste den SPD-Vorsitz vor einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen an Beck abtreten. Am 10. April erklärte er nach nur 146 Tagen Amtszeit im Willy-BrandtHaus seinen Rücktritt. Für viele Genossen war es ein trauriger Tag. Sie verbanden mit Platzeck die Hoffnung auf eine Erneuerung der SPD. Als programmatische Hinterlassenschaft des Brandenburgers gilt das Konzept vom vorsorgenden Sozialstaat, der sich nicht mit der Funktion eines Rotkreuz-Wagens begnügt, sondern die Menschen von vornherein dazu befähigen will, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

DER GETREUE

Martin Stadelmaier (48) leitet die Staatskanzlei in Mainz und genießt Becks uneingeschränktes Vertrauen. Er ist Becks wichtigster Berater. Möglicherweise wird der SPD-Chef ihn rechtzeitig vor Beginn des Bundestagswahlkampfs ins Willy-Brandt-Haus entsenden, wo mit Bundesgeschäftsführer Martin Gorholt und Generalsekretär

Hubertus Heil noch das von Platzeck ausgewählte Personal das Sagen hat.

DER GEGENSPIELER

Klaus Wowereit (53), Regierender Bürgermeister von Berlin, ist gewissermaßen die Gegenfigur zu Beck. Während der bodenständige Pfälzer Beck stets Gefahr läuft, provinziell zu wirken, verkörpert Wowereit Weltläufigkeit und Urbanität. Anders als Beck, der jede Koalition auf Bundesebene mit Oskar Lafontaines Linkspartei ausgeschlossen hat, steht Wowereit für jenen Teil in der SPD, der in einer rot-rotgrünen Koalition durchaus eine Perspektive für den Machtwechsel im Bund sieht – wenn auch erst 2013. has

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