Zeitung Heute : Bundesbank-Chef Weber erwägt Verzicht aufs Amt

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Berlin - Bundesbank-Präsident Axel Weber steht offenbar vor der Aufgabe seines Amtes und wird anstatt eines Wechsels auf den Präsidentenstuhl der Europäischen Zentralbank (EZB) als Nachfolger von Josef Ackermann an der Spitze der Deutschen Bank gehandelt. Entsprechende Spekulationen beschäftigten am Mittwoch Finanzkreise in Frankfurt. In Berlin sagte Regierungssprecher Steffen Seibert, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe am Vormittag ein vertrauliches Gespräch mit Weber geführt.

 Der Bundesbank-Präsident wiederum soll am Dienstagabend in einer vertraulichen Runde angedeutet haben, dass er nicht unbedingt eine zweite Amtszeit bei der Bundesbank anstrebe. Der 53 Jahre alte Wirtschaftsprofessor führt die Notenbank seit 2004, die Amtszeit beträgt acht Jahre. Neben seinem italienischen Amtskollegen Mario Draghi wurde Weber wiederholt als Anwärter für den Chefsessel der EZB gehandelt. Der Nachfolger von Jean-Claude Trichet tritt sein Amt am 1. November an. Gegen eine Berufung Webers hatte es Vorbehalte unter anderem bei den Franzosen gegeben: Weber tritt als geldpolitischer Hardliner auf und hatte Kritik am Kurs der EZB in der Schuldenkrise geäußert, vor allem am Kauf von Anleihen hoch verschuldeter Euro-Länder.

Der Job von Deutsche-Bank-Chef Ackermann wird spätestens im Frühjahr 2013 frei. Der 63-jährige Schweizer hat eine Verlängerung seines Vertrags mehrfach ausgeschlossen. Bei der Bilanzvorlage der Deutschen Bank in der vergangenen Woche hatte Ackermann bestätigt, inzwischen auf der Suche nach einem Nachfolger zu sein. Tsp

Seiten 19, 21 und Meinungsseite

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