Zeitung Heute : Bundeswehr will Krankenhaus mit Charité betreiben

Der Tagesspiegel

Die Bundeswehr hat der Charité formell ein Angebot zur Kooperation des Klinikums mit dem Bundeswehrkrankenhaus gemacht. Dieses soll aus seinem maroden Standort in der Scharnhorststraße ausziehen und würde sich bei einer Kooperation auf dem Campus der Charité in Mitte ansiedeln. Nach Worten des Verwaltungsdirektors des Universitätsklinikums Bernhard Motzkus, würde die Kooperation die Zukunft der Charité als Standort für „Hochleistungsmedizin“ gewährleisten. Die Bundeswehr ihrerseits verfügte über ein leistungsfähiges „Regierungskrankenhaus“.

Das geplante Kooperationsmodell sieht zwei autonome Träger vor, die verschiedene Abteilungen der Klinik betreiben. Die Abteilungen des Bundeswehrbereiches könnten jedoch auch von Professoren der Charité geleitet werden. Für die Patienten würde sich nichts ändern, sagte Motzkus. Schon bisher nimmt das Bundeswehrkrankenhaus auch „Normalbürger“ auf. Die Charité wäre für 500 bis 600 Betten zuständig, die Bundeswehr für rund 400. Damit bliebe die gegenwärtige Bettenzahl der Klinik in Mitte – rund 1000 – gewahrt. Ohne die Kooperation müsste die Charité nach Ansicht von Motzkus dagegen etwa 400 Betten abbauen, wenn mit Einführung der Fallkostenpauschalen im Gesundheitswesen die Liegezeiten in den Krankenhäusern verringert werden.

Noch nicht geklärt ist, ob das gemeinsame Krankenhaus in einem Neubau auf dem Charité-Gelände in Mitte angesiedelt werden soll oder in dem sanierungsbedürftigen Bettenhochhaus. Die Bundeswehr bevorzugt einen Neubau und würde dafür rund 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Auch Motzkus möchte den Neubau; in der Klinikleitung gibt es jedoch auch andere Auffassungen. Die Entscheidung hierüber muss jedoch der Senat fällen.

Die Einzelheiten der Kooperation sollen bis November festgelegt werden. Eröffnung des gemeinsamen Krankenhauses könnte im Jahr 2005 sein, sagte Motzkus. how

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