Zeitung Heute : BVG lässt einen Teil ihrer Wartehäuschen von Wall vermarkten

Der Tagesspiegel

Die BVG kooperiert mit ihrem bisherigen Widersacher und lässt einen Teil ihrer Wartehäuschen an Haltestellen von der Firma Wall vermarkten. Wall hatte 1984 im Auftrag der BVG im Westteil der Stadt die ersten Hallen aufgebaut, von denen es inzwischen rund 1250 gibt. Der Vertrag gilt 30 Jahre. 1990 folgten dann 812 Häuschen im Ostteil der Stadt, die alle durch den Verkauf von Werbeflächen finanziert wurden. Nachdem die BVG erkannt hatte, dass mit der Werbung Geld zu verdienen war, stellte sie von 1995 an Hallen in eigener Regie auf.

Während Wall vorwiegend an Hauptstraßen präsent ist, blieben der BVG meist die weniger lukrativen Standorte. Zudem sicherte der Senat beim Übergang der öffentlichen Toilettenanlagen von der Stadtreinigung an Wall dem Unternehmen ein Monopol auf die Größe der Werbeplakate zu, mit deren Erlös auch die Toiletten finanziert werden. Mit den kleinteiligen Plakaten, die der BVG blieben, war jedoch kein Geschäft zu machen. Die Werbeeinnahmen deckten nur knapp ein Viertel der Kosten.

Der Verkehrsbetrieb schrieb die Vermarktung seiner Hallen im vergangenen Jahr europaweit aus. Wall machte, so Niklas, das attraktivste Angebot. Wall wird nun einen Teil der BVG-Hallen mit seinen Großplakaten ausstatten und erhält dafür von der BVG eine Art Vermittlungsgebühr. Durch die höheren Erträge, die die Großplakate erbringen und die in die BVG-Kassen fließen, könne die BVG ihre Hallen kostendeckend betreiben, hofft Niklas. Dem Vernehmen nach soll Wall eine garantierte Summe zahlen.

Etwa 500 Hallen beider Unternehmen sollen unter anderem einen Internet-Zugang erhalten. Aufgestellt ist bisher jedoch nur eine am Potsdamer Platz. kt

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