Zeitung Heute : Candice Breitz, Künstlerin

Befragt von Beatrix Schnippenkoetter

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WAS ICH MAG

Beim Aufwachen: Nicht in einem Hotel zu sein.

An Südafrika: Die Fähigkeit, nach vorne zu blicken.

An Berlin: Seine Langsamkeit, seine Geräumigkeit, sein Grün. Die billigen Mieten, das billige Bier.

An Deutschland: Die deutsche Sprache und die Geduld, die man Anderssprachigen entgegenbringt.

An Bob Marley: Er hat vielen Menschen in der Dritten Welt eine neue Art von Selbstbewußtsein gebracht.

An Kunst: Gute Kunst gibt Möglichkeiten vermeintlich Bekanntes in einem neuen Licht zu sehen.

An Musik: Die Klezmatics,

Eminem, Momus, die Kaiser Chiefs, Neil Diamond.

An meiner Karriere: Dass ich entscheiden kann, wann, warum und woran ich arbeite.

An meinem Leben: Dass ich nie weiß, was ich als nächstes mache.

Ein Satz, den ich gern öfter hören würde: Lass dir Zeit!

WAS ICH NICHT MAG

Beim Aufwachen: Wenn ich mich an einem eisigen Morgen frage, was mich so weit nach Norden gebracht hat.

An Südafrika: Die sinnlose andauernde Gewalt.

An Berlin: Das Auslöschen geschichtlich bedeutender Architektur, wie den Abriss des Palasts der Republik.

An Deutschland: Das Synchronisieren von Filmen.

An Bob Marley: Dass er posthum zum Posterboy eines durch Marihuana versüßten Lebens reduziert wird.

An Kunst: Die Einfalt der Institutionen wenn sie Leute für zeitgenössische Kunst interessieren sollen.

An Musik: Jazz.

An meiner Karriere: Die tägliche Schufterei, damit eine Ausstellung zustande kommt.

An meinem Leben: Fliegen.

Ein Satz, den ich nie wieder hören möchte: Ihr Flug hat Verspätung.

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