Zeitung Heute : Champions-League-Finale 2015 in Berlin

Wowereit freut sich über „starkes Signal“ / Verkehrsexperten zweifeln, ob Flughafenkapazitäten reichen.

Berlin - Das Endspiel der Champions League 2015 wird im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Dies hat das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball- Union (Uefa) am Donnerstag in London entschieden. Zwei Tage vor dem diesjährigen Champions-League-Finale im Londoner Wembleystadion wird das wichtigste Spiel im europäischen Vereinsfußball damit innerhalb von drei Jahren zum zweiten Mal nach Deutschland vergeben. 2012 war München Austragungsort. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Innen- und Sportsenator Frank Henkel (CDU) begrüßten den Beschluss als „starkes Signal für die Sportmetropole Berlin“.

Allerdings äußerten Verkehrsexperten bei aller Freude auch die Sorge, ob Berlins Flughäfen den Ansturm der Fans verkraften können, falls bis dahin der neue Flughafen BER noch nicht eröffnet sein sollte. Aus Sicht des verkehrspolitischen Sprechers der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus Oliver Friederici „wäre dies eine wichtige Voraussetzung“. Senatssprecher Richard Meng äußerte dagegen die Ansicht, auch die bisherigen Flughäfen Tegel und Schönefeld könnten die Champions League 2015 zur Not noch verkraften. Die Flughafengesellschaft wollte sich am Donnerstag auf keinen Eröffnungstermin festlegen. Sie bekräftigte ihre Aussage, dass der Zeitpunkt erst im Spätsommer oder Herbst bekannt gegeben werde.

Berlin habe sich in den vergangenen Jahren zunehmend als verlässlicher und fröhlicher Austragungsort für große Sportereignisse profiliert, darin waren sich nach der Entscheidung der Senat und die Tourismuswerber der Stadt von „Visit Berlin“ einig. „Visit Berlin“ erhofft sich von dem Großereignis auch einen weiteren Imagegewinn für die Stadt, „der langfristig noch mehr Touristen zu uns lockt“.

So kamen bereits jeweils weit mehr als 100 000 Fans und Mitwirkende 2006 zu den sechs Fußball-WM-Spielen, darunter das Finale, ins Olympiastadion und auf die Fanmeile an der Straße des 17. Juni. Auch die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 und das Eröffnungsspiel zur Fußball-WM der Frauen 2011 lockten Scharen von Fans in die Hauptstadt. Und zum alljährlichen Endspiel um den DFB-Pokal in Berlin, das am 1. Juni wieder im Olympiastadion angepfiffen wird, kommen gleichfalls Klubanhänger in Sonderzügen, Bussen und Charterjets.

Berlin hat sich seit 2005 immer wieder um das Champions-League-Finale beworben. Dass es nun geklappt hat, führte Wowereit am Donnerstag auch auf die langjährige erfolgreiche Austragung des DFB-Pokalfinales zurück. Berlin habe damit seine „Leistungskraft“ bewiesen. Der Chef des Olympiastadions, Joachim E. Thomas, sagte in einer ersten Reaktion, das Stadion entspreche nach den umfangreichen Modernisierungen „in jeder Hinsicht den internationalen Anforderungen für ein solches Spiel“.

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