Zeitung Heute : Charité: Anwesenheitspflicht zu Silvester

Berlins größtes Krankenhaus sorgt für den Jahrtausendwechsel vor: Aus Furcht vor den Auswirkungen eines Computerzusammenbruchs bei der Umstellung auf das Jahr 2000 und den Folgen der Jahrtausend-Silvesterfeier trifft die Charité weitgehende Sicherheitsvorkehrungen. Obwohl bereits 90 Prozent aller Computersysteme in der Charité auf ihre Jahr-2000-Tauglichkeit überprüft worden seien, werde zum Jahreswechsel für alle Abteilungsleiter eine Urlaubssperre verhängt, teilte eine Sprecherin des Krankenhauses mit. Außerdem solle der Vorrat an lebenswichtigen Medikamenten und Verbrauchsmaterialien aufgestockt werden und für eine Woche reichen.Das Jahr-2000-Problem entsteht vor allem bei älteren Computerprogrammen, bei denen die Jahreszahl nur zweistellig angegegeben wurde. Eine Umstellung von 1999 auf 2000 könnte diese Systeme abstürzen lassen. Nach Angaben der Charité wurden bislang die wichtigsten Geräte im medizinischen Bereich, Betriebsanlagen wie Notstromaggregate und Aufzüge sowie die Datenverarbeitung darauf überprüft. Für alle Abteilungsleiter gilt dennoch vom 31. Dezember bis zum 7. Januar Anwesenheitspflicht.Das Krankenhaus könne "aufgrund der Komplexität technischer Systeme" keine völlige Sicherheit garantieren, sagte eine Kliniksprecherin. "Auch Störungen, die uns von außen treffen, sind schwer einzuschätzen." Die Charité stelle sich deshalb auf eine einwöchige Selbstversorgung nach einem möglichen Crash 2000 ein: So lange sollen im Notfall sowohl die Notstromaggregate laufen können als auch die Medikamenten- und Materialvorräte reichen.

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