Checkliste : Der Garten wacht jetzt auf

Die letzten kalten Tage sind die perfekte Vorbereitungszeit – was Hobbygärtner jetzt zu tun haben.

Wir fangen ganz klein an. Im Frühbeet oder Gewächshaus können erste Pflanzen gesetzt werden. Wenn die Tage länger werden, geht es in den Garten. Foto: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert
Wir fangen ganz klein an. Im Frühbeet oder Gewächshaus können erste Pflanzen gesetzt werden. Wenn die Tage länger werden, geht es...Foto: dpa-tmn

Die letzten kalten Tage sind ideal, um das neue Gartenjahr zu planen: Wo sollten alte Pflanzen ersetzt werden? Welches Gemüse kommt in welcher Reihenfolge in den Nutzgarten? Kann das Staudenbeet mit fröhlichen Farben ergänzt werden? Und dann geht es los. Denn sobald die Tage im Frühjahr länger werden und die Sonne den Boden wärmt, beginnt im Garten die Arbeit. Was jetzt zu tun ist.

GARTENGERÄTE WARTEN

Alle Werkzeuge und Maschinen müssen einsatzfähig und griffbereit sein. Wer sich im Herbst nicht um ihre Wartung gekümmert hat, muss das jetzt nachholen. „Der Spaten und alle Scheren müssen gesäubert, geölt und geschärft werden“, sagt Hartmut Clemen vom Landesverband der Gartenfreunde Bremen. Wasserhähne, Schläuche und Dichtungen werden inspiziert. Der Abfluss der Regentonne verdient eine Reinigung und der Rasenmäher möglicherweise eine Inspektion. Frühbeet oder Gewächshaus müssen gesäubert werden, Rankgitter und Pflanzgefäße ebenfalls.

RASEN SÄUBERN

Wurden unter dem ersten Schnee Laubreste auf dem Rasen begraben, müssen diese jetzt weggerecht werden. Nur dann können die Halme kräftig sprießen. Im März bekommt der Rasen dann noch eine letzte Kalkgabe. „Wenn der Frost vorbei und der Rasen höher als fünf Zentimeter gewachsen ist, wird zum ersten Mal geschnitten“, sagt Clemen. Dann folgt die erste klassische Düngung.

BEETE ANLEGEN

Sobald der Boden nicht mehr gefroren und abgetrocknet ist, kann es losgehen in den Beeten. Zunächst wird im Ziergarten klar Schiff gemacht: „Jetzt werden die letzten alten Stängel vom vergangenen Jahr entfernt. Außerdem sollte kein Laub mehr auf den Stauden liegen. Unter einer feuchten Schicht gammeln und faulen sonst die neuen Triebe“, sagt Karen Falch von der Saarländischen Gartenakademie in Lebach. Brennnessel, Löwenzahn, Schachtelhalm und andere sichtbare Unkräuter werden ebenfalls entfernt.

BODEN VORBEREITEN

Zwischen den mehrjährigen Pflanzen und auf unbepflanzten Flächen muss nun der Boden vorbereitet werden. „Dazu wird das Erdreich am besten mit einem Sauzahn oder einer Grabgabel gelockert, so dass es gut belüftet wird und Niederschläge aufnehmen kann“, sagt Clemen. Schließlich kommt eine zwei bis drei Zentimeter dicke Schicht aus gesiebtem Kompost des vorvergangenen Herbstes auf die Beete.

Insgesamt sollten Blumen- und Gemüsebeete pro Jahr mit drei bis fünf Litern Kompost pro Quadratmeter gedüngt werden. „Durch diese Humusgabe wird der Boden gepflegt, gleichzeitig werden Nährstoffe zugeführt“, sagt Klaus Krohme, Leiter des Kreislehrgartens in Steinfurt. Auch Sträucher und Gehölze seien dafür dankbar. Eine Nachdüngung aus dem Sack sei dann im April bis Juni nur noch bei Starkzehrern wie Rittersporn oder Bambus, sowie Rosen und Obstbäumen mit hohem Ertrag notwendig. Der übrige Kompost wird umgesetzt.

ERSTE BLUMEN SÄEN

Im Frühbeet oder Gewächshaus können einjährige Sommerblumen wie Löwenmäulchen, Gauklerblumen oder Sonnenhut, sowie Kohl, Salat und Radieschen ausgesät werden. Danach kommen geschützte Lagen im Freiland an die Reihe: „Bohnen und Möhren, aber auch Zwiebeln finden hier ihren Platz“, schlägt Karen Falch vor. In kalten Nächten sollte allerdings noch ein schützendes Vlies über die Setzlinge ausgebreitet werden.

STRÄUCHER UND GEHÖLZE SCHNEIDEN

Sträucher und Gehölze brauchen im Frühjahr einen guten Rückschnitt. „Wichtig ist, dass nicht einfach außenherum abgeschnitten wird: Bei Sträuchern wie Haselnuss oder Weigelie müssen immer mal wieder dicke, alte Triebe bis zum Boden rausgenommen werden“, empfiehlt Falch. Auch alle vom Frost geschädigten Triebe und Äste werden bei dieser Gelegenheit entfernt. „Es kann gut sein, dass manches Gehölz heute noch gut aussieht und Frostschäden erst in den kommenden Wochen sichtbar werden“, sagt Krohme. Deshalb sei im April ein Kontrollgang angesagt, besonders bei wintergrünen Gehölzen.

Auch für den Obstbaumschnitt ist der März genau der richtige Zeitpunkt. Der Gehölzschnitt wird am besten gehäckselt und als Mulch über den Wurzeln verteilt oder auf den Kompost gegeben.

ROSEN STUTZEN

Auch Rosen werden im Frühjahr kräftig gestutzt. „Beetrosen werden auf vier bis fünf Augen zurückgeschnitten. Aus allen öfter blühenden Kletter- und Strauchrosen werden alte Zweige komplett entfernt und junge Zweige oder Seitentriebe je nach Wuchsform eingekürzt“, sagt Gärtnermeister Krohme.

FRÜHJAHR IST PFLANZZEIT

Im Frühjahr ist Pflanzzeit. Der Winterfrost hat das eine oder andere Opfer gefordert, Lücken müssen aufgefüllt werden. „Generell kann man sagen: Je früher im Jahr ein Gewächs in die Erde kommt, umso besser“, sagt Krohme. Je nach Eifer des Hobbygärtners kann das ins Geld gehen. „Da lohnt es sich, statt Containerware wurzelnackte Pflanzen ins Visier zu nehmen. Sie sind deutlich günstiger und zudem einfacher zu transportieren.“ Auch für Gräser gebe es keine bessere Pflanzzeit als das Frühjahr. (dpa)

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