CHOREOGRAFISCHES KONZERT„4 Elemente – 4 Jahreszeiten“ : Orchester in Bewegung

Peter Buske

Als visuelle Umsetzung der Musik in Bewegung und Form, beschreibt Midori Seiler das Komplizierte eines Vorgangs, der sich „Choreografisches Konzert“ nennt. „Es ist nicht so, dass wir Musiker tanzen würden“, versichert die Soloviolinistin der Akademie für Alte Musik. In „4 Elemente – 4 Jahreszeiten“ aber werden sich die Musiker während des Spiels in Bilder hineinbewegen, die die musikalische Wahrnehmung schärfen und der Fantasie des Zuschauers Raum geben.

Nach der international gefeierten Inszenierung der Oper „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell ist „4 Elemente – 4 Jahreszeiten“ das jüngste gemeinsame Projekt der Sasha Waltz and Friends Company mit der Akademie für Alte Musik. Der erste Teil der Aufführung mit „Les éléments“ von Jean-Féry Rebel ist ein normales Ballett. „Natürlich sehr speziell, denn die Ideen, die unser Tänzer und Choreograf Juan Cruz hat, sind alles andere als normal“, erzählt Midori Seiler. Der Tänzer Gabriel Galindez Cruz gestaltet einen Zyklus vom Werden und Vergehen. Ist die Akademie für Alte Musik hier noch ein reines Orchester, wird ihr in den „Vier Jahrezeiten“ von Antonia Vivaldi eine ganz andere Rolle zuteil. Der Klangkörper selbst wird choreografiert. „Beim ersten Gespräch mit Juan Kruz musste ich schallend lachen, weil die Bewegungen, die er als Bestandteil meiner Aufgabe beschrieb, mir so absurd und unmöglich vorkamen“, erinnert sich Midori. „Doch bei den Proben gab es keine Zweifel mehr: Ein Tänzer wie er weiß einfach genau, wie er mich anpacken muss, damit ich mich geborgen fühle und trotz einer ungewohnten Pose Geige spielen kann.“ Peter Buske

Nikolaisaal, Fr 10.10., 20 Uhr, 15-32 €

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