Christoph Rüters Brasch-Doku : Wünschen und Fürchten

Brasch – Das Wünschen und das Fürchten

Vor zehn Jahren starb in Berlin ein noch nicht alter, aber schon aus der Zeit gefallener Dichter. Die letzten Jahren seines Lebens hatte er an einem Roman gearbeitet: „Mädchenmörder Brunke“. Zuletzt war er bei 15 000 Seiten; sein Verlag veröffentlichte probeweise gut 100. Vielleicht kommt einem bei 15 000 unveröffentlichten Seiten der Tod wie eine Erlösung vor. Begleitet hat der Tod Thomas Brasch schon lange. Vielleicht bereits als Kind, als der Funktionärsvater den Jungen in eine Kadettenschule steckte, mitten in der DDR. Zumindest aber, seit er „Vor den Vätern sterben die Söhne“ schrieb, seine Bilanz des Sozialismus. Der Filmemacher Christoph Rüter war mit Thomas Brasch befreundet, und dieser hat gar nicht versucht, sich vor der Kamera zu schützen. So viele Masken Brasch auch aufsetzte – sie zeigten ihn und seine Tragödie umso schonungsloser. Eindringlich.Kerstin Decker

D 2010, 95 Min., R: Christoph Rüter

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