Zeitung Heute : Citroën C3: Kompakter mit ganz eigenem Charakter

Ingo von Dahlern

So rund ist kein Kompakter. C3 nennt er sich, der neueste Citroën, der auf den ersten Blick signalisiert: ich bin anders als meine Konkurrenten in dieser Klasse. Denn wer hier zur Zeit neu antritt, setzt im Design meist auf besonders große Scheinwerfer in Klarglas-Technik und die eine oder andere kräftige Kante im Karosserieblech. Doch der C3 hat keine, zeigt stattdessen aus jeder Perspektive kräftige Rundungen. Und das ganz besonders beim Dach, das von der ebenfalls stark gewölbten Kühlerhaube einen gewaltigen hohen Bogen bis zum Heck schlägt. Eine eigenwillige Linie, die ein wenig an den klassischen 2CV erinnert, zu dessen besonderen Eigenschaften sein großes Platzangebot gehörte. Das besticht auch beim C3, der für seine Länge von 3,85 Meter mit 1,52 Meter ungewöhnlich hoch ausgefallen ist. Der C3 ist das erste PSA-Auto auf der kleinsten der künftig drei PSA-Plattformen, auf deren mittlerer als erstes Modell der Peugeot 307 und auf deren größter der C5 aufbaut.

Citroën spricht beim C3 von volumenbetonter Architektur. Mit Recht. Denn zu den herausragenden Eigenschaften dieses eigenwillig geformten Autos gehört sein großes Platzangebot mit sehr viel Kopffreiheit nicht nur für Fahrer und Beifahrer. Und ebenfalls groß sind auch die Fensterflächen einschließlich Frontscheibe. Das verspricht viel Licht im Innenraum des C3. Mit dem hat Citroën nach erfreulichen Ansätzen beim Xsara Picasso und dem C5 nun endlich ein Auto mit sehr ausgeprägtem ganz eigenem Charakter auf die Räder gestellt, das mit seinen einfachen und klaren Linien ungewohnt kraftvoll auftritt. Das gilt auch für das breit wirkende rundliche Heck mit seinen eigenwilligen dreieckigen Leuchtengruppen.

Besonders hell und luftig wird der C3, wenn er mit dem großen und besonders breiten Glasdach ausgestattet ist, das aus zwei Elementen besteht. Einer fest eingebauten Glasfläche im hinteren Dachbereich und einer beweglichen vorn. Die wird mit Hilfe eines Elektroantriebs geöffnet und geschlossen und lässt im C3 fast schon so etwas wie ein Cabrio-Feeling aufkommen. Allerdings kann, wem es bei strahlender Sonne zu hell im Auto wird, mit zwei Sonnenschutzrollos auch für den nötigen Schatten sorgen.

Man sitzt vergleichsweise hoch im C3, hat also einen besonders guten Blick auf das Verkehrsgeschehen. Und die Fahrersitz-Höhenverstellung, das in Höhe und Neigung verstellbare Lenkrad und der in der Länge um 23 Zentimeter verschiebbare Sitz machen es dem Fahrer leicht, eine bequeme und sichere Position hinterm Steuer zu finden. Auch für den Beifahrer gibt es auf Wunsch eine Höhenverstellung. Und auch im Fond des C3 gibt es ein gutes Platzangebot. Das gilt gleichermaßen für den Kofferraum, der mit 305 Liter für die Klasse des C3 sehr groß ausfällt. Er ist 63 Zentimeter lang, zwischen den Radkästen 1,04 Meter breit und unter der besonders stabilen Abdeckung 59 Zentimeter hoch und dank der asymmetrisch geteilten Rückbank variabel. Und innovativ ist das neuartige "Moduboard", mit dem sich der Stauraum ganz nach Bedarf konfigurieren lässt.

Mit seinen kompakten Abmessungen ist der C3 ein ideales Stadtauto, das sich dank der elektrischen Servolenkung auch im dichten Stadtverkehr bequem dirigieren und problemlos ein- und ausparken lässt, wobei eine elektronische Einparkhilfe, die beim Einlegen des Rückwärtsgangs aktiviert wird, ausgesprochen hilfreich ist. Doch das große Platzangebot für Passagiere und Gepäck macht dem C3 zugleich zum vollwertigen Familienauto, mit dem man problemlos auch auf große Fahrt gehen kann. Dabei sorgt das komfortable Fahrwerk mit seiner Federbeinachse vorn und einer neu entwickelten Verbundlenkerachse hinten für angemessenen Fahrkomfort auf langen Strecken und bietet hohe Fahrsicherheit, wenn man sich zügig auf kurvigen Landstraßen bewegt.

In vier Ausstattungsvarianten und mit fünf Motoren geht der C3 im nächsten Frühjahr an den Start - zwei modernen direkt einspritzenden Common-Rail-Turbodieseln und drei Benzinern. Die beiden 1,4-Liter-Diesel gehören zu der gemeinsam von PSA Citroën/Peugeot und Ford entwickelten Modellreihe kompakter Diesel, die trotz hoher Leistung besonders sparsam und umweltverträglich sind und zudem durch ihre hohe Laufkultur gefallen. Im C3 werden sowohl der 1.4 HDi mit 50 kW (70 PS) und einem höchsten Drehmoment von 150 Nm als auch der

1.4 HDi 16V mit 66 kW (92 PS) und einem höchsten Drehmoment von 200 Nm eingesetzt. Der stärkere der beiden Diesel hat einen Vierventil-Zylinderkopf und einen Turbolader mit variabler Turbinengeometrie und ermöglicht dem C3 schon fast sportliche Fahrleistungen.

Bei den drei Benzinern hat man die Wahl zwischen dem bewährten 1,1-Liter mit 44 kW (61 PS) und

94 Nm bei 3400/min und dem 1,4-Liter mit 55 kW

(75 PS) und 120 Nm bei 3400/min sowie dem erst vor einem Jahr im Xsara eingeführten neuen 1,6-Liter mit Vierventiltechnik, der zur neuesten Generation der PSA-Benziner gehört. Der Vierventiler leistet 80 kW (110 PS), liefert bei 4000/min ein Drehmoment von 147 Nm und ist sowohl betont agil als auch besonders sparsam. Alle Triebwerke sind mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe kombiniert. Den 1,4-Liter-Benziner gibt es auf Wunsch aber auch mit der lernfähigen Viergang-Automatik. Die passt sich dem Fahrstil des Fahrzeuglenkers an, bietet zusätzlich ein sportliches und ein Winterprogramm und kann in einer speziellen Schaltgasse auch sequenziell von Hand geschaltet werden. Gebremst wird beim C3 mit Scheiben vorn und je nach Ausstattung Trommeln oder Scheiben hinten. Und neben dem ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung gehört auch ein Bremsassistent zur Serienausstattung.

Die wird beim neuen C3 bereits im Basismodell sehr umfangreich sein und bei den höheren Ausstattungen auch zwei Klimaanlagen - eine mit Handeinstellung und eine vollautomatische - einschließen. Zu der im C3 angebotenen Komfortausstattung gehören auch Schubfächer unter den vorderen Sitzen, ein Regensensor, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung auch für Seitenscheiben und Schiebedach und ein doppeltes Handschuhfach mit gekühlten unterem Fach. Speziell für Familien mit Kindern gibt es einen über dem Innenrückspiegel angeordneten Kinderspiegel, über den man stets Blickkontakt mit den hinten sitzenden jungen Passagieren halten kann, und eine Betätigung für die Kindersicherung am Armaturenbrett.

Besonders vielseitig ist die Sicherheitsausstattung. Die höhenverstellbaren Gurte vorn haben pyrotechnische Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer. Und neben Airbags für Fahrer und Beifahrer und Seitenairbags in den Lehnen der vorderen Sitze gibt es auch sogenannte Curtain-Bags, die alle Passagiere vor Kopfverletzungen beim Seitenaufprall schützen sollen. Zum Marktstart nicht angeboten wird allerdings eine Fahrdynamikregelung. Noch nicht bekannt ist, zu welchem Preis der C3 antreten wird. Doch vielleicht schafft man es, einen Einstiegspreis zwischen 22 000 und 23 000 DM zu realisieren.

Den Citroën C3 gibt es nur als Viertürer, der seine Position zwischen Saxo und Xsara hat. Damit beim Wegfall des Saxo keine Lücke entsteht, wird es auf der Plattform des C3 deshalb künftig auch einen noch kompakteren C2 geben.

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