Zeitung Heute : "Cityreport Berlin": Positiver Trend

Detlef Pohl

In der Hauptstadt stieg der Bestand an Büroflächen in diesem Jahr auf 15,3 Millionen Quadratmeter Nutzfläche an. Das sind 10,6 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Dies ermittelte Jones Lang LaSalle, einer der großen Makler für Gewerbeimmobilien in seinem "Cityreport Berlin". In diesem Zeitraum ging der Leerstand auf 1,28 Millionen Quadratmeter zurück. Das sind 8,4 Prozent des Bestandes und der niedrigste Wert seit vier Jahren. In diesem Jahr betrug die vermietete Bürofläche bis Ende September 380 000 Quadratmeter. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 39 Prozent."Damit ist die Hauptstadt auf bestem Wege, ihr Rekordergebnis von 1997 mit 500 000 Quadratmetern zumindest zu wiederholen", sagt Klaus Krägel, Leiter der Berliner Niederlassung von Jones Lang LaSalle. Die nachhaltig erzielbare Spitzenmiete für Büros auf Potsdamer und Leipziger Platz betrage 60 Mark pro Quadratmeter, wobei günstigere Flächen bereits ab 35 Mark pro Quadratmeter zu haben sind. Dies geht aus Befragungen von Eigentümern von Bürohäusern in Zusammenarbeit mit Research-Abteilungen anderer großer Immobilienberater hevor.

Noch teurer als in Berlin sind die Büroflächen in Frankfurt am Main: 85 Mark kosten sie in Spitzenlagen dort. München liegt mit Berlin gleichauf, während Hamburg mit 50 Mark und Düsseldorf mit 42 Mark abfallen. Mit einem Plus von 13 Prozent im laufenden Jahr weist Berlin die höchste Mietpreissteigerung aller deutschen Immobilien-Hochburgen auf. Nicht alle City-Lagen sind so teuer wie der Potsdamer Platz: Im Durchschnitt 40 Mark 18 pro Quadratmeter Büro.

Wer Wert auf repräsentative Büros in besten Lagen im Zentrum Berlins legt - in der City-West / Charlottenburg liegt der Durchschnitt bei 33 Mark 88. In sonstigen innerstädtischen Lagen Ost liegt der Wert bei 28 Mark 31 im Westen bei 25 Mark 11. Ausserhalb dieses Bereiches sind Büros bereits für 13 bis 19 Mark pro Quadratmeter zu haben.

Was die Größe der abgenommenen Flächen betrifft, melden die Makler überproportional viele Verträge über Büroeinheiten von 250 bis 500 Quadratmetern (31 Prozent aller Verträge) sowie mit 500 bis 1500 Quadratmetern (28 Prozent). Bei kleineren Einheiten mit maximal 250 Quadratmetern gab es einen deutlichen Umsatzrückgang, zumindest bei der Vermittlung über Immobilienmakler (21 Prozent der Verträge). Interessenten finden in diesem Marktsegment in allen Berliner Regionen reichlich Angebote zu akzeptablen Preisen. Engpässe beim Büroflächenangebot gibt es lediglich in Mitte und am Potsdamer Platz, allerdings nur für Nachfrager mit Flächenwünschen von über 2000 Quadratmetern.

Die wichtigsten Nachfrager am Berliner Immobilienmarkt sind in diesem Jahr Dienstleister aus den Branchen EDV, Telekommunikation und Internet. Zusammen nahmen sie knapp 25 Prozent aller Büroflächen ab. Weiterhin wichtige Mieter sind die so genannten unternehmensbezogenen Dienstleister mit einem Marktanteil von 16 Prozent. Banken, Finanzdienstleister und Versicherungen mieteten zwölf Prozent der Büroflächen. Als Beispiele nannte Krägel die Skandia Lebensversicherung. Das Unternehmen zog innerhalb Charlottenburgs um und übernahm 6000 Quadratmeter. In Mitte sicherte sich die Deutsche Ausgleichsbank 7500 Quadratmeter im Kronenkaree.

Einige Firmen ziehen in bedeutend größere Räumlichkeiten um als sie bislang in der Hauptstadt genutzt hatten. So stockte die ConSors Discount Broker ihre Präsenz um 5500 Quadratmeter auf 7000 Quadratmeter auf. Das Unternehmen sitzt nun im City-Karee am Ostbahnhof. Ihre Flächen mehr als verdoppelt haben namhafte Firmen wie der Multimedia-Dienstleister Pixelpark (8000 Quadratmeter in der Oberbaum-City), der Elektronikhersteller Cisco Systems (6000 Quadratmeter im Neuen Kranzler Eck) sowie die Deutsche Bahn (22 000 Quadratmeter am Potsdamer Platz).

Solche Vermietungen tragen dazu bei, dass der Leerstand an Büros weiter zurückgeht. "Allerdings vollzieht sich dies weiterhin in kleinen Schritten", sagt Klaus Krägel. Er rechnet zum Jahresende mit einem Leerstand von nur noch acht Prozent des Bestandes. Im nächsten Jahr sollen etwa 422 000 Quadratmeter Büros neu entstehen. Diese Flächen befinden sich bereits nahezu alle im Bau. Fast zwei Drittel entstehen in den östlichen Innenstadtbereichen.

Für das Jahr 2002 sind erst 82 000 Quadratmeter im Bau. Sollte es bei dieser geringen Zahl an Neubauflächen bleiben, dann dürfte die Leerstandquote deutlich weiter nach unten rutschen, prognostiziert Jones Lang LaSalle.

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