CLASSIC ROCKJeff Beck vs. Alice Cooper : Wir haben Bock auf Schock

Jetzt beginnen die Festwochen für Fans handgemachter Rockmusik: Während im Theater des Westens noch das überraschend unpeinliche Queen- Musical „We will rock you“ läuft, kommen gleich zwei Hochkaräter des Classic Rock nach Berlin. Da ist einmal Jeff Beck (links), seines Zeichens hochdekorierter Gitarrenheld der Generation Hendrix, Clapton und Page. Dessen größtes Problem denn auch war, dass er hinter den Hauptgöttern der Saitenzupferzunft stets nur die vierte, äh, Gitarre spielte. Was ihn nicht daran hinderte, vor allem in seiner Jugendblüte als Clapton-Nachfolger bei den Yardbirds und mit seiner eigenen, ganz famosen und vom jungen Rod Stewart verstärkten Band zu brillieren. Viele sehen ihn seither auf dem absteigenden Ast, was angesichts seiner jüngsten CD-Entgleisung „Emotion & Commotion“ mit grausamen Gniedeleien nicht gänzlich aus der Luft gegriffen scheint. Doch live, so wird gemunkelt, sei der 66-jährige Brite immer noch eine Naturgewalt.

Dass Alice Cooper vier Jahre jünger als Beck ist, kann man kaum glauben, so lange ist der gebürtige Detroiter schon als einer der am härtesten schuftenden Entertainer im Hardrock-Showgeschäft unterwegs. Heutzutage mag der Kunstblut- und Totenschädel-Mummenschanz seines „Theatre of Death“ eher Nostalgiker anrühren, doch vor 40 Jahren konnte man damit noch wirklich Leute schocken. Und Cooper hatte immer, woran es Beck oft mangelte: tolle Songs wie „School’s out“ oder „Elected“. Classic-Rock-Fans, die diese Woche schon was vorhaben, müssen nicht traurig sein: Mit Deep Purple (22.11.) und Joe Cocker (27.11.) lauern die nächsten Rock-Dinosaurier auf Beute.Jörg Wunder

Beck: Tempodrom, Fr 5.11., 20 Uhr, 40-66 €; Cooper: Max-Schmeling-Halle, Mo 8.11., 20 Uhr, ab 54 €

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