COMEDY-HARDROCKTenacious D : Außer Rand und Band

Treffen sich zwei Kalifornier in Edinburgh. Okay, das ist nicht der Anfang eines Witzes, obwohl das langfristige Ergebnis dieser Begegnung für viele Lacher gesorgt hat. Jack Black (links) und Kyle Gass (rechts) waren hoffnungsfrohe Jungmimen mit musikalischen Nebenambitionen, als sie sich Ende der Achtziger in der schottischen Theatermetropole kennenlernten. Nach konkurrenzbedingten Irritationen merkten beide, dass sie nicht nur auf einer Wellenlänge funkten, sondern auch voneinander profitieren konnten: Gass brachte Black bei, wie man mit ein paar Gitarreakkorden richtige Lieder spielen und schreiben kann, der revanchierte sich, indem er Gass ein paar Kunststücke aus der Schauspielertrickkiste zeigte.

Bald war die Idee einer eigenen Band geboren: Tenacious D, benannt nach einem Sportreporterausdruck aus dem Basketball, setzten fort, was comedyaffine Acts wie Spinal Tap oder Weird Al Yankovic begonnen hatten: Rockmusik durch hemmungslose Übertreibung über die Grenzen der Parodie hinaus zu einer eigenen Kunstform zu führen, deren Witz auf verschiedenen Ebenen funktioniert. So kann man sich dem hysterisch übersteigerten Heavy-Metal-Bombast von Tenacious D mit dem Gestus des rockhistorischen Durchblickers nähern und sich am lustvollen Verwursten aller möglichen Einflüsse von Meat Loaf bis Metallica delektieren. Oder aber man genießt in aller Unschuld den galoppierenden Irrsinn zweier geborener Rampensäue, deren Performance vielleicht noch mehr Spaß macht, weil man weiß, dass sie das Ganze als TV-Comedygröße (Gass) und veritabler Hollywoodstar (Black) gar nicht nötig hätten. Jörg Wunder

Zitadelle, Di 13.8., 19 Uhr, 40 €

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