Zeitung Heute : COMING OF AGE

Glue

Ulf Lippitz

Lucas will endlich Sex haben. Und weil er den nicht kriegt, redet er darüber – mit seinem besten Freund Nacho. Wenn die beiden 15-jährigen Jungen genug geredet haben, machen sie Musik darüber, wie es wäre, Sex zu haben – oder sie hören Musik darüber. Was uns „Glue“ erzählt, ist die bekannte Geschichte vom Erwachsenwerden. Dass aus dem Debütfilm des Argentiniers Alexis Dos Santos kein „American Pie“ geworden ist, liegt am langsamen Tempo und an den kontrastreichen Bildern Patagoniens, die der Argentinier wie in Trance an den Zuschauer heranführt: die endlose Weite der Wüste und die roten Farbtupfer eines Flamingos. Dos Passos gibt sich keine Mühe, den Zuschauer an die Hand zu nehmen. Er reiht die Szenen wie Schnappschüsse aneinander, man merkt zu deutlich, dass die jungen Darsteller improvisiert haben. Unbefriedigend. Ulf Lippitz

„Glue“, ARG 2006, 110 Min., R: Alexis Dos Santos, D: Nahuel Pérez Biscayart, Nahuel Viale

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