Zeitung Heute : Computerkids: Bits and Bytes für Kids

Kurt Sagatz

Das Angebot an Computerprogrammen für Kinder und Jugendliche ist selbst für Experten kaum noch zu überschauen. Es beginnt bei CDs für Kindergarten-Kids und Vorschul-Kinder, geht weiter über spezielle Titel für Mädchen bis zu Angeboten, die schulbegleitend das Lernen erleichtern sollen. Hinzu kommen die Titel für Gameboys und Videospielekonsolen und natürlich die unzähligen Spiele vom Adventure über die Simulationen und Gesellschaftsspiele bis hin zu den Rennspielen. Thomas Feibels "Großer Kinder Software-Ratgeber 2000" braucht immerhin fast 500 Seiten, um Licht in dieses Dickicht zu bringen, wobei er das Thema Lernen am Computer noch einmal in einem 375 Seiten starken Extra-Buch vertieft. Wer hier den Überblick behalten will, um beispielsweise für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft eine unterhaltsame, aber möglichst auch lehrreiche CD zu finden, kommt ohne Hilfe kaum aus. Oder man besucht die 4. Multimedia-Woche der Berliner Kinder- und Jugendbibliotheken, die vom 6. bis zum 10. November die unterschiedlichsten Veranstaltungen anbietet.

Die neuen Medien, zu denen die digitalen Silberscheiben ebenso gehören wie das Internet und die Online-Dienste, haben in den Bibliotheken längst einen festen Platz gefunden. Surfen, chatten, sich internationale Informationen aus dem Internet besorgen, wechselnde Angebote von Computerspielen und Lernsoftware zum Ausprobieren, Bewerbungen und Texte am Arbeitscomputer schreiben oder CD-ROMs ausleihen - dies ist nur ein Auszug aus einer Informationsbroschüre des Halleschen Kometen, dem Kinder- und Jugendbereich der Amerika Gedenkbibliothek (AGB). Die selbst gestellte Aufgabe der Bibliotheken geht dabei weit über die Bereitstellung der Medien hinaus. Hilfe bei den ersten Schritten mit digitalen Datenträgern oder dem Web gehört ebenso dazu wie Beratung im Umgang mit Suchmaschinen oder mit Lernsoftware.

Inzwischen nimmt der Einsatz des Internets auch in den Bibliotheken einen großen Raum ein, wobei längst nicht alle Einrichtungen so gut ausgestattet sind wie die AGB. Dass eine Zukunft ohne neue Medien und Internet kaum noch vorstellbar ist, daran wird heutzutage nicht mehr gezweifelt. Doch wo Chancen sind, lauern auch Risiken, wie die andauernden Diskussionen über rechtsextreme Inhalte im Netz oder andere jugendgefährdende Webseiten zeigen. Wie soll also mit dem neuen Medium umgegangen werden, in der Schule oder auch am heimischen Internet-Computer? Dürfen Kinder überhaupt allein surfen? Die Podiumsdiskussion im Rahmen der Multimedia-Woche - Mittwoch um 19 Uhr in der AGB - wird diesen Fragen nachgehen.

Ingesamt finden im Rahmen der diesjährigen Multimedia-Woche 180 Veranstaltungen an 38 Orten statt. Die Multimedia-Nächte, die sich dieses Jahr vor allem um Harry Potter drehen, sind leider schon komplett ausgebucht. Dies gilt auch für den Großteil der Vormittagsveranstaltungen, die sich überwiegend an Schulklassen richten. An den Nachmittagen kann der Besuch der Bibliothek jedoch zur lohnenden Angelegenheit werden, denn dort sind interessierte Kinder, aber eben auch Eltern und Lehrer gern gesehene Gäste. Zum Beispiel in Kreuzberg, wo von Montag bis Freitag ab 15 Uhr zum Gestalten von Visitenkarten oder CD-Covern per PC eingeladen wird. Oder in Reinickendorf. Dort stellt Karstadt als Sponsor der Multimedia-Woche am Donnerstag Nachmittag aktuelle Titel für Kinder und Jugendliche vor. Wer sich für das Thema Sprachenlernen am Computer interessiert, wird am Dienstag Nachmittag in Mitte beraten. Den Gesamtkatalog der Veranstaltungen gibt es bei den Bibliotheken und natürlich auch Internet.

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