Zeitung Heute : Computerkids: Es muss nicht gleich ein High-End-Rechner sein

Kurt Sagatz

Wer sich in letzter Zeit eine neue CD-ROM für Kinder oder Jugendliche gekauft hat, erlebte nicht selten eine herbe Überraschung, wenn der bis dato völlig ausreichende Pentium-200-Rechner die neue Software nur mit Hängen und Würgen abzuspielen bereit war. Wenn selbst Programme wie die neue Teletubbie-CD nicht mehr richtig laufen, stellt sich die Frage: Wie muss ein Rechner beschaffen sein?

Fest steht in jedem Fall: Je multimedialer die Inhalte, desto größer sind die Hardware-Anforderungen. Bei neu angeschafften Rechnern ist diese Hürde vergleichsweise gering anzusetzen. Ob nun von Aldi oder Lidl, von Vobis oder Saturn - es muss nicht immer das Spitzengerät sein. Die meisten Hersteller gerade von Programmen für Kinder und Jugendliche wissen, dass in den Kinderzimmern nicht immer die neuesten Geräte stehen, so dass zumindest für Edutainment- und Infotainment-Software immer noch ein bis zwei Geräteklassen unter den derzeitigen Top-Modellen unterstützt werden. Wer über einen Pentium-III-PC oder ein vergleichbares Produkt mit AMD-Chip verfügt, ist bei diesen Titeln auch noch im nächsten Jahr und möglicherweise auch 2002 auf der richtigen Seite. Auch der Gang ins Netz, das Versenden von E-Mails oder der Online-Chat ist mit solchen Geräten genauso wenig ein Problem wie die Nutzung multimedialer Internet-Techniken.

Dies gilt natürlich genauso für die Geräte mit dem Apfel-Logo von Apple. Allerdings mit Einschränkungen. Denn das Angebot an Titeln für Macs ist längst nicht so groß wie für den PC. Der Großteil der Programme wird zwar in hybrider Form - also sowohl für den IBM-kompatiblen PC mit Windows als auch für Apple-Systeme - ausgeliefert, doch kommt es leider immer vor, dass gerade die gewünschte Software nicht für den Mac verfügbar ist.

Die Regel, dass Programme für Kinder und Jugendliche etwas geringere Anforderungen an die Hardware stellen, gilt freilich für ein Genre überhaupt nicht: Die Actionspiele. Ganz im Gegensatz zu den sonstigen Programmen stellen sie höchste Ansprüche sowohl an den Hauptprozessor als auch die Grafikkarte. Ohne 3D-Beschleuniger machen Titel wie Lara Croft oder Indiana Jones einfach nicht den rechten Spaß. Eine Alternative kann dann eine Videospiele-Konsole sein.

In gewissen Grenzen kann es sich lohnen, die bestehende Hardware aufzurüsten. Allerdings stellt sich dabei meist schnell heraus, dass nicht nur der Hauptprozessor zu langsam, sondern auch die Grafikkarte zu gering dimensioniert ist, und auch die Festplatte schon lange nicht mehr groß genug ist. Bei Geräte-Neupreisen von um die 1500 Mark für Mittelklasse-PCs lohnt sich darum die Aufrüstung wirklich nur dann, wenn es darum geht, den Arbeitsspeicher oder die Festplatte zu vergrößern oder den PC durch eine 3D-Grafikkarte zu ergänzen. Sollen kleinere Kinder frühzeitig den Umgang mit dem PC erlernen, empfiehlt sich der Kauf beispielsweise einer Microsoft EasyBall-Mouse, die durch den großen Trackball für die Kleinsten erheblich einfacher zu positionieren ist.

Genau wie bei einer Musikanlage die Boxen für die Klangqualität eine entscheidende Rolle spielen, sollten auch Monitore nicht allein nach dem Preis beurteilt werden. Flimmer- und Strahlungsfreiheit garantieren Gütesiegel wie die MPR-II-Norm oder der TCO-99-Aufkleber. Für die meisten Spiele und Anwendungen reicht ein 15-Zoll-Monitor aus. Flachbildschirme haben bei Kinderspielen hingegen einen kleinen Nachteil. Viele Spiele sind noch für die Auflösung von 640 mal 480 Punkten konzipiert. Werden diese auf einem guten LCD-Display auf 1024 mal 768 Pixel hochgezogen, kommt es bauartbedingt zu hässlichen Treppen, die auf einem herkömmlichen Monitor nicht auftreten.

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