Zeitung Heute : Computerspiele helfen den Jugendlichen

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Betrifft: Der Leserbrief „Computerspiele enthemmen“ im Tagesspiegel vom 5. Mai 2002

Es ist schon verwunderlich, dass ein Psychotherapeut, der über die Gesetze des Lernens und über die Mechanismen der Entwicklung einer menschlichen Persönlichkeit doch eigentlich Bescheid wissen müsste(ist schließlich Lernstoff im Grundstudium der Psychologie) zu dermaßen unhaltbaren Forderungen kommt. Den Jugendlichen dann auch noch „dauerhafte Gehirnwäsche" zu diagnostizieren, bei welcher die „Realität in den Hintergrund" tritt und daraus wiederum zu folgern, dass Kinder und Jugendliche per Computerübung in ihrem Kinderzimmer trainieren, die „Achtung vor dem menschlichen Leben zu verlieren“, ist einfach - verzeihen Sie, Herr Kollege – dumm.

Aus mittlerweile fast 25 jähriger Erfahrung als psychologischer Psychotherapeut in Neukölln-Nord weiß ich, dass Jugendliche sehr wohl die virtuelle von der realen Welt zu trennen vermögen und dass die jetzt monierten Computerspiele für Jugendliche eine virtuelle Auseinandersetzung mit der alltäglich um sie herum passierenden Gewalt sind.

Sie hat für diese Jugendlichen eher einen kathartisch-lösenden, denn gewaltverherrlichenden Charakter. Es sind und bleiben Spiele und als solche sollte man sie auch einordnen. Sie können auch helfen, eine gewaltbeherrschte Welt weniger bedrohlich erscheinen zu lassen.

Dieter Baumann (Psychologischer

Psychotherapeut/Verhaltenstherapeut),

Berlin-Neukölln

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