Zeitung Heute : Copy & Paste

REISEBERICHTE aus dem vertrauten, fremden China

Philipp Lichterbeck

„Wenn China ein Text ist, dann sind unsere Interpretationen so dicht, dass sie den Text völlig überschatten“, sagt der Autor Tilmann Spengler an einer Stelle in diesem bunten und ekklektischen Büchlein, das versucht, sich dem Phänomen China aus einem Dutzend intellektueller und künstlerischer Blickwinkel zu nähern. Tatsächlich sind heute mit keinem Land mehr Traumbilder, Ängste und Klischees verbunden. Gleichzeitig reproduziert China die Stereotypen willfährig, genauso wie es die industriellen und kulturellen Produkte des Westens massenhaft kopiert. Im Untertitel heißt das von Gesine Danckwart, Anja Goette und Susanne Vincenz herausgegebene „Chinaland“ denn auch konsequent „Reisen, Kopieren, Erzählen“. Es schreiben Architekten, japanische, koreanische und chinesische Künstler. Es kommen Chinakorrespondenten zu Wort und dazwischen erwarten einen u. a. die herausragenden Fotografien von Erik Göngrich, dem es immer wieder gelingt, das Widersprüchliche – für westliche Augen vor allem aber: Absurde – heutiger chinesischer Stadtlandschaften einzufangen. Philipp Lichterbeck

Gesine Danckwart u. a. Hg.: Chinaland. Blumenbar Verlag, München 2009. 183 Seiten, 24,90 €.

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