COUNTRY-SWING-COVERVERSIONENThe BossHoss : Asphaltcowboys

Jörg W er

Manchmal genügt eine einzige Idee um die Pop-Karriere in Gang zu bekommen. Alec Völkel und Sascha Vollmer hatten den zündenden Einfall, als sie 2004 die Pseudonyme Boss Burns und Hoss Power annahmen und BossHoss gründeten: Mit Stetson-Hüten, Sonnenbrillen und Dreitagebart-Stoppeln, die Waschbrettbäuche von Feinrippunterhemden und Jeanswesten lasziv verhüllt, präsentierten sich die Berliner mit ein paar gedungenen Mitspielern als große, sexy Jungs im stereotypen Cowboy-Outfit.

In Sachen Repertoire verzichteten sie erst mal auf Eigenkompositionen und coverten sich lieber ein buntes Song-Potpourri zusammen. Dabei plünderten sie ungeniert diverse Genres: Von HipHop (Nellys „Hot in Herre“), Achtziger-Funk („Word up“), Bluesrock („Hey Joe“) über Britneys „Toxic“ und OutKasts „Hey ya!“ bis zum unvermeidlichen Garagenrock-Kracher „Seven Nation Army“ der White Stripes reichte das Spektrum der Vorlagen, die mit großer Chuzpe in ein Country-Swing-Gewand mit hohem Wiedererkennungswert gepresst wurden. Mochten auch Country-Puristen und Liebhaber der Originale angesichts der klischeelastigen Interpretationen aufstöhnen, der Erfolg gab BossHoss recht. Sowohl das Debütalbum „Internashville Urban Hymns“ als auch der nach dem gleichen Muster gestrickte Nachfolger „Rodeo Radio“ erreichten in Deutschland Goldstatus. Darüber hinaus erwiesen sich die falschen Cowboys live als notorische Stimmungskanonen, die im Schlepptau der gefeierten Tourneen sogar ein Album mit eigenen Songs in die Charts hieven konnten. Davor kann man schon mal den Cowboyhut ziehen. Jörg Wunder

Berliner Schultheiss-Brauerei, Sa 6.9., 17 Uhr,

14 € + VVK

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