Zeitung Heute : Da geht die Arbeit hin

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In der Metall und Elektroindustrie, der wichtigsten Industriebranche in Deutschland, fehlt es nicht an Jobs. Es fehlt an Mitarbeitern. Angesichts von mehr als vier Millionen Arbeitslosen ist die Nachricht, dass wegen der anziehenden Konjunktur zusätzliche Stellen geschaffen wurden, die bis nicht besetzt werden konnten, völlig unverständlich. Die Gründe sind gleichwohl bekannt.

Die Qualifikationen der Bewerber und die Anforderungen der Arbeitgeber müssen passen, sie tun es aber vielfach nicht. Verantwortlich dafür sind beide Seiten. Wer lange Zeit aus dem Arbeitsprozess raus war oder wer keine Weiterbildung gemacht hat, der passt plötzlich nicht mehr auf das neue Anforderungsprofil der Betriebe. Es liegt aber auch an den Arbeitgebern, die Fortbildung und Schulung rigoros gestrichen haben. Aus Kostengründen. Damit allein lässt sich die hohe Zahl unbesetzter Stellen aber nicht erklären, zumal die Arbeitgeber nicht nur Höchstqualifizierte suchen, sondern auch Installateure oder Bürohilfskräfte. Davon gibt es genug in den Arbeitsagenturen. Nur nicht am richtigen Ort. Die Bereitschaft, für einen Job umzuziehen, ist nach wie vor gering. Für manche Niedriglohnberufe mag sich das auch gar nicht rechnen. Der Umbau der Sozialsysteme aber wird Druck machen. Arbeitnehmer müssen dann flexibler werden. fo

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