Zeitung Heute : Dafür und doch dagegen

Der Tagesspiegel

Wirtschaftssenator Gregor Gysi hat dementiert, auf Distanz zu dem geplanten Großflughafen Schönefeld zu gehen. Der „Spiegel“ hatte am Sonntag Auszüge aus einem Brief Gysis an einen Flughafengegner veröffentlicht, in denen Gysi bemängele, „dass kein seriöses privates Finanzierungsangebot“ vorliege. Es wichtig, dass im Senat eine Partei vertreten sei, „die gegen den Bau von Schönefeld ist“.

Am Sonnabend sagte Gysi dem Tagesspiegel, dass er den Brief am 31. Januar – also seinem vorletzten Tag als Bundestagsabgeordneter – geschrieben und sich kritisch zum Standort Schönefeld geäußert habe. „Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich Schönefeld als Standort nicht optimal finde.“ Seine Kritik habe sich aber ausschließlich gegen den Standort gerichtet. „Wir brauchen den Großflughafen.“

Das Projekt sei Bestandteil des Koalitionsvertrages, von dem die PDS nicht abweichen werde. Flughafengegner könnten froh darüber sein, mit der PDS eine Regierungspartei zu haben, die sich mit dem Standort des Großflughafens kritisch auseinander setzt.

Trotz Dementis hielten sich gestern Gerüchte, dass es Sonntag am Rande des SPD-Ostparteitages in Magdeburg zu einer Entscheidung über die Privatisierung des geplanten Großflughafens kommen könnte. Bundeskanzler Gerhard Schröder soll hier den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) und Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig treffen. sib/kf

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben