Zeitung Heute : Dagegen ist ein Kraut gewachsen

Ein Wirkstoff hat sich bereits bei einer früheren Epidemie bewährt

-

Menschen, die sich mit der Vogelgrippe infiziert haben, können auf Tamiflu hoffen. Das GrippeMedikament mit dem Wirkstoff Oseltamivir, das vom Schweizer Pharmakonzern F. Hoffmann-La Roche hergestellt wird, wurde bereits bei der Grippeepidemie 1997 in Hongkong eingesetzt, sagt ein Sprecher von Roche in Basel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dieser Tage empfohlen, Oseltamivir zur Behandlung von Arbeitskräften bereitzuhalten, die bei der Massenschlachtung von möglicherweise infiziertem Geflügel eingesetzt sind.

Tamiflu ist weltweit in mehr als 50 Ländern für die Grippebehandlung zugelassen, so in der EU, Australien, Japan, den USA, in zahlreichen Ländern des Fernen Ostens und Lateinamerika. Mehr als zehn Millionen Menschen wurden inzwischen damit behandelt.

Ob ausreichend Vorräte des Medikaments vorhanden sind, lässt Roche offen. Produziert wird in Basel. „Roche unternimmt alles, um Tamiflu zur Bekämpfung dieses jüngsten Ausbruchs der Vogelgrippe bereitzustellen. Wir stehen in engem Kontakt mit der WHO“, sagt der Roche-Sprecher. „Natürlich lässt sich die Produktion nicht ausdehnen wie ein Gummiband, aber gewisse Reserven haben wir.“

Reinhard Kurth, Direktor des Robert-Koch-Instituts, hofft, dass es noch vor dem kommenden Winter auch einen wirksamen Impfstoff gibt. Bei seinem Institut ist eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe angesiedelt, die einen Pandemieplan erarbeitet. Dabei geht es auch darum, genügend Impfstoff für den Fall einer Seuche vorrätig zu haben, denn Impfstoff könnte knapp werden. Aber noch gibt es keine Verträge, die beispielsweise den Ländern das Recht sichern, im Ernstfall von der Pharmaindustrie Impfstoffe geliefert zu bekommen, sagt Kurth. dr

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben