Zeitung Heute : Dagegen und dafür

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Salomon Korn (61), in Berlin und Frankfurt aufgewachsen, ist Architekt in Frankfurt am Main und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Im Mai 2004 – mehr als ein Jahr nach Bekanntgabe des Berliner Vorhabens – warf Korn Flick vor, er wolle mit der Ausstellung das „Blutgeld“ seines Großvaters „reinwaschen“. Ferner habe Flick es versäumt, „freiwillig für die Entschädigung von Zwangs und Sklavenarbeit zu spenden“. In der anschließenden Kontroverse sprach Korn knapp vom „schönen Schein“ der „mit dem Blutgeld des Großvaters erworbenen Kunstsammlung“ und legte mit der rhetorischen Frage nach, ob es „demnächst eine ,Göring-Collection’ in Berlin geben“ werde.

DER FREUND

Heinz Berggruen (90), in Berlin geborener und 1936 emigrierter jüdischer Kunstsammler, hat die Präsentation der Sammlung Flicks, seines Nachbarn im schweizerischen Gstaad, von Anfang an unterstützt. Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde im Juni nutzte Berggruen zu einem leidenschaftlichen Plädoyer: „So wie ich es sehe, wird Flicks Sammlung, jeglichen Kontroversen zum Trotz, eine große Bereicherung für uns alle sein.“

DER GLÜCKLICHE

Peter-Klaus Schuster (61) ist in Personalunion Generaldirektor der Staatlichen Museen Berlin und der Nationalgalerie mit Hamburger Bahnhof. Angesichts der begrenzten Mittel der Museen setzt Schuster auf private Sammlungen. Bei Flicks Bildern hatte er Glück – zunächst kommt sie als Leihgabe, aber mit der Hoffnung auf Dauer.

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