DANCEFLOORJennifer Lopez : Himbeeren in der Disco

Sie ist der Inbegriff von Celebrity: Ohne das Lebenswerk von Jennifer Lopez kleinreden zu wollen, kann man festhalten, dass ihre hervorstechendste Eigenschaft eben darin liegt, berühmt zu sein. Natürlich kommt das nicht von ungefähr. In den Neunzigern war Jennifer Lopez eine der aufregendsten Jungschauspielerinnen Hollywoods. Wobei man dies rückblickend insofern einschränken möchte, als selbst bei Filmen wie Oliver Stones „U Turn“ und Steven Soderberghs „Out of Sight“ weniger ihre darstellerischen Fähigkeiten als vielmehr ihre sinnliche Präsenz im Mittelpunkt des (männlichen) Interesses stand. Dass es nach der Jahrtausendwende mit der Leinwandlaufbahn bergab ging und sie – etwa für die Schmonzette „Gigli“ an der Seite ihres damaligen Lebensgefährten Ben Affleck – eher für „Goldene Himbeeren“ als „Golden Globes“ nominiert wurde, tat ihrer Berühmtheit keinen Abbruch. Drei gescheiterte Ehen und schlagzeilenträchtige Affären halfen, J.Los Marktwert zu halten.

Und natürlich ihre Zweitkarriere als Popstar. Hier waren mehrere Faktoren für einen Erfolg ausschlaggebend, der über ihr bodenständiges Talent hinausreichte: Zum einen konnte sie sich als aufstrebende R’n’B-Diva auf Produzenten und Regisseure verlassen, die selbst schwächere Songs mit suggestiven Beats und sorgfältig choreografierten Videos aufpeppten. Des Weiteren schaffte sie es als Tochter puertoricanischer Einwanderer, den für weiße Künstler eher verschlossenen Latino-Markt zu knacken. Zu guter Letzt hat sie einfach ein gutes Händchen: Einen so grandiosen Weltweit-Hit wie den programmatischen Eurodance-Stampfer „On The Floor“ haben in den letzten Jahren weder Madonna noch Lady Gaga hinbekommen.Jörg Wunder

O2 World, Sa 13.10., 20 Uhr, 71-112 €

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben