Zeitung Heute : Das aktuelle Computerlexikon: K

MARKUS RIMSCHA

Datenverschlüsselung ist ein sensibler Bereich.Einerseits hat der Anwender ein berechtigtes Interesse am Schutz seiner Informationen vor unberechtigten Zugriffen.Andererseits besteht die Befürchtung, der Kriminalität könnte Vorschub geleistet werden, falls auf diese Weise jeder seine Daten wirksam sichern würde.

Unter Kryptographie wird allgemein die Verschlüsselung von Daten verstanden.Ziel ist es dabei, geheime Daten unter Verwendung eines Code-Wortes so zu verschlüsseln, daß sie nur mit diesem Paßwort wiederhergestellt werden können.Gerade im Internet-Zeitalter kommt der Datenverschlüsselung eine zunehmende Bedeutung zu.Informationen, die über den Datenhighway geschickt werden, können von einem potentiellen Hacker mitgehört werden.Sind sie nicht verschlüsselt, so besteht in sicherheitssensiblen Bereichen keine Möglichkeit, Informationen via Datenfernübertragung zu transportieren - zumindest nicht ohne unverhältnismäßigen Aufwand.

Eine mit der Verschlüsselung nahe verwandte Aufgabe ist die Signatur, die eine einwandfreie Identifikation eines Anwenders ermöglichen soll.Werden E-Mail-Nachrichten im Geschäftsverkehr eingesetzt, so ist eine "digitale Unterschrift" nötig, um nicht gefälschten Nachrichten aufzusitzen.Neben den klassischen Varianten - Ver- und Entschlüsselung mit einem Paßwort - existieren zur Signatur auch asymmetrische Verfahren: Hier hat jeder Anwender ein privates und ein öffentliches Paßwort.

Eine Maßzahl für die Sicherheit verschiedener Verschlüsselungsverfahren ist die Länge der verwendeten Codewörter.Der Streit, ob Verschlüsselungsverfahren als Waffe zu betrachten und strengen Reglementierungen zu unterwerfen sind, entbrennt oft an dieser Schlüssellänge.Um die Sicherheit verschiedener Methoden zu untersuchen, werden Wettbewerbe ausgeschrieben, in denen zum Crack einer verschlüsselten Datei aufgerufen wird.Da wird massiv Rechenhardware eingesetzt, die alle möglichen Codewörter durchtestet.Auf diese Weise sind gängige Verfahren, die 40 Bit lange Schlüssel einsetzen, innerhalb weniger Sekunden zu knacken, 56 Bit sind innerhalb einiger Tage zu schaffen.Wegen der ständig wachsenden Rechnergeschwindigkeit werden die Grenzen, die ein Verfahren als sicher klassifizieren, ebenso wie die Schranken für Exportreglementierungen immer wieder angepaßt.Ein Pendant zur Kryptographie ist die Steganographie, das Verstecken von sensiblen Informationen in unauffälligen Datenwüsten.So sind einige Verfahren vorhanden, um beispielsweise Textinformationen in Bildern oder Audio-Dateien zu verstecken.Der Betrachter wird dem Bild keinerlei Anomalie ansehen.Nur wer um die versteckten Informationen weiß, kann sie wieder extrahieren.Dieses Verfahren soll den potentiellen Hacker gar nicht erst auf die Idee bringen, er habe etwas interessantes vor sich.Üblicherweise wird die Steganographie in Verbindung mit klassischer Verschlüsselung eingesetzt und ist so kaum oder gar nicht aufzuspüren.

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