Zeitung Heute : Das aktuelle Computerlexikon: L

MARKUS RIMSCHA

Der Monitor ist ein zentraler Bestandteil eines jeden Rechners.Umso ärgerlicher, wenn hier die technischen Neuerungen kaum mit denen der Prozessorleistung Schritt halten.In diesem Bereich setzen sich Innovationen nur langsam durch.Während jahrzehntelang gängige Monitore eingesetzt wurden, sind nun die LCD-Bildschirme (Liquid Crystal Display) zaghaft auf dem Vormarsch.Der Vorteil der Flüssigkristall-Technik: Neben einer flacheren Bauweise sind die Monitore flimmerfrei.

Da bei herkömmlichen Bildschirmen die Information flüchtig ist, muß das Bild immer wieder neu aufgebaut werden, auch wenn sich inhaltlich nichts geändert hat.Die wesentliche Maßzahl, um die Flimmerfreiheit anzugeben, ist die Zahl der Bildwiederholungen pro Sekunde.Im Gegensatz dazu sind die Informationen der Kristalle nicht flüchtig, sie bleiben also auch ohne permanente Erneuerung bestehen.So muß die Information auf einem LCD-Bildschirm nur dann neu geschrieben werden, wenn sich auch wirklich etwas am Bild geändert hat, Flimmern gehört der Vergangenheit an.

Während diese Technik für den Privatanwender kaum erschwinglich war und als ein Spielzeug für die Chefetage gesehen wurde, hat mittlerweile auch hier der Preiskampf eingesetzt.LCD-Bildschirme mit einer Diagonalen von 15 Zoll sind mittlerweile unter 2000 DM zu haben.Hier ist zu beachten, daß bei LCD-Geräten grundsätzlich die wirklich sichtbare Bildgröße angegeben wird, deswegen ist ein 15-Zoll LCD-Gerät durchaus mit einem 17-Zoll Monitor zu vergleichen.

Ein weiterer Vorteil der Kristall-Technik ist die Symmetrie des Bildes.Die einzelnen Punkte, aus denen sich die Grafik zusammensetzt, sind fest vorgegeben, es entstehen keine Verzerrungen an den Rändern und insbesondere den Ecken.Gerade bei weniger hochwertigen herkömmlichen Monitoren sieht sich der Anwender häufig gezwungen, das Bild zu verkleinern, um die Verzerrungen am Rand auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.

Ein Manko der LCD-Technik bleibt jedoch bestehen: Hier wandert kein Strahl über den Bildschirm, der die Grafik aufbaut.Vielmehr müssen für jeden einzelnen Bildpunkt eigene Schaltelemente eingesetzt werden: Bei einer Standardauflösung von 1024 x 768 Punkten sind das immerhin eine Dreiviertel Million.Wegen dieser enormen Anzahl an Teilen ist es schwierig, ein Gerät zu finden, das wirklich fehlerfrei ist.Immer wieder finden sich einzelne Punkte auf dem Bildschirm, die fehlerhaft bleiben.So sollte ein LCD-Bildschirm beim Kauf sofort getestet werden, schließlich ist ein schwarzer Punkt am Rand weniger störend als ein roter Fleck in der Mitte.Wenn der Händler sich dagegen sträubt, geht man zu einem anderen.

Da herkömmliche Monitore der 17-Zoll Klasse im Preiskrieg mittlerweile deutlich unter 1000 DM angekommen sind, bleiben sie zwar die preiswertere Alternative, können aber gerade in punkto Flimmerfreiheit und Bildsymmetrie nicht mit der LCD-Technik mithalten.Vom Design ganz zu schweigen.Gerade professionelle Anwender, die viel am Bildschirm arbeiten, sollten den Preisvergleich einmal wagen.

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