Zeitung Heute : Das Ende der Anstalt

Der Tagesspiegel

Schade, dass eine seriöse Zeitung keine Witze mit Namen macht – sonst wäre die Neubesetzung an der Spitze der Bundesanstalt für Arbeit ein Klassiker. Die Wahl der Herren Alt und Weise würden wir für diesen Fall als nahezu ideale Lösung würdigen, dennoch eine kritische Anmerkung nicht unterdrücken wollen: Ob es nicht angesichts der anspruchsvollen Ziele des Unternehmens richtig gewesen wäre, auch den Damen Jung und Dynamisch eine Chance zu geben? Und ihren erprobten Mitarbeitern Schnell und Ehrlich? Ja, leider, leider: Schade um den schönen Witz. Aber da ist ja noch ein anderer Name, nämlich „Bundesagentur für Arbeit“ – so soll die Bundesanstalt künftig heißen. Sie scheidet damit, wie vor ihr die Badeanstalt, aus einem Bedeutungszusammenhang aus, den neben einigen unwesentlichen Behörden nun nur noch die Justizvollzugsanstalt besetzt hält. Sehen wir das Wort, dann sehen wir den preußischen Obrigkeitsstaat: Die Ketten klirren, der Blechnapf scheppert, und der Schließer dreht den rostigen Schlüssel drei Mal um. Wasser und Brot! Eigentlich ist das peinlich und einer Demokratie unwürdig. Justizminister: Wo bleibt die Justizaufenthaltssicherungsagentur? Für den Vorstand würden wir übrigens Herrn Streng und Frau Nachsicht vorschlagen. Zwei sehr geeignete Fachkräfte!

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