Zeitung Heute : Das ganze Asien in einem Land - Nobelhotels zu kleinen Preisen

Der Tigerstaat Malaysia setzt zum Sprung auf den Tourismuskuchen an. Das südostasiatische Land zwischen Thailand und Singapur hat die Asienkrise erstaunlich unbeschadet überstanden und schielt nach neuen Marktanteilen. Die Hauptstadt Kuala Lumpur soll sich nun zum wichtigsten Einkaufszentrum der Region entwickeln, plant Mark Yeoh, Mitbesitzer des größten Baukonzerns YTL Corporation. Das Unternehmen, das in den vergangenen Jahren zehn Hotels mit 2500 Zimmern gekauft hat, baut gerade die erste Fußgängerzone des Landes. Straßencafés, Boutiquen und Einkaufszentren mit Blick zum höchsten Hochhaus der Welt (451,9 Meter) werden in Zukunft Besucher anlocken.

Malaysia gilt als eines der sichersten und abwechslungsreichsten Länder der Region mit 4800 Kilometern Küstenlinie, mehr als 200 Inseln und tropischem Regenwald. In Deutschland ist der Staat mit nur 22 Millionen Einwohnern touristisch eher ein unbeschriebenes Blatt. Etwa 60 600 Bundesbürger verbrachten im vergangenen Jahr ihren Urlaub dort. Der Generaldirektor des Malaysia Tourism Promotion Board, Abdullah Jonid, ist jetzt aus dem Ruhestand geholt worden, um in der etwas müden Behörde mit eisernem Besen zu kehren. "Wir brauchen ein Markenimage wie Cartier, sonst können wir unser Land nicht verkaufen", sagte Jonid auf einer Pressekonferenz des deutschen Malaysia-Spezialreiseveranstalters Asian Adventure (Telefon 021 04 / 973 10).

Zwei Jahre hat Jonid Zeit, Malaysia als Reiseland ansprechend darzustellen. Für dieses Jahr hat er eine Serie von Festivals angekündigt. An einem neuen Werbespruch für Malaysia wird hingegen noch gearbeitet. "Malaysia - truly Asia" (Malaysia - wahres Asien), kann sich Jonid für eine Kampagne sehr gut vorstellen. "Wir sind das ganze Asien in einem Land, gemischt aus Malaien, Chinesen und Indern, ihren Religionen, Tempeln und Kochkünsten. Dazu kommen koloniale Einflüsse von Briten und Holländern", wirbt Jonid.

Tourismusminister Abdul Kadir Fadzir steht hinter seinem neuen Mann. "Mit Erfolgen im Tourismus ist der wirtschaftliche Aufschwung verbunden", sagt Fadzir. 115 000 Hotelzimmer gibt es in Malaysia, mehr als 20 000 in der Hauptstadt. Die geschwächte Währung Ringgit und das Überangebot in der Luxusklasse haben die Preise für Europäer und Amerikaner auf das niedrigste Niveau der Region gedrückt. Nur bei den Preisen für edle Designerprodukte europäischer und amerikanischer Edelmarken liegen die Malaysier wegen einer Luxus-Steuer über dem Durchschnitt. Minister Fadzir will sich für eine Abschaffung der Steuer einsetzen, ebenso Bau- und Hotelunternehmer Mark Yeoh. Fälschungen und Marken-Artikel aus Überproduktionen gibt es ohne Steuer schon heute zu Spottpreisen auf dem "Nachtmarkt".

Yeoh hat offenbar auch die richtigen Beziehungen zu Premierminister Mohammad Mahatir. Mahatir verbringt gelegentlich seinen Urlaub im YTL-Luxus-Resort Marina Bay mit gerade mal neun großzügigen Anwesen auf einer Privatinsel. Malaysia Airlines (MAS) fliegt täglich von Deutschland nonstop nach Kuala Lumpur ab 1520 Mark. Eingeschlossen sind innerdeutsche An- und Abreise mit der Bahn. Für Flüge im Land gibt es den "Discover Malaysia Pass" für fünf Flüge ab 99 US-Dollar. Auskunft: Malaysia Tourism Promotion Board, Rossmarkt 11, 60311 Frankfurt; Telefon: 069 / 28 37 82, Fax: 069 / 13 37 91 21; E-Mail: tourism@tourism.gov.my

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