Zeitung Heute : Das Geheimnis des Müller-Prinzips

Welcher Müller? Und was für ein Prinzip? Obwohl Johannes Müller zu den bedeutendsten Gelehrten des 19. Jahrhunderts zählt, ist er nur wenigen Insidern bekannt. Der Mediziner forschte auf so verschiedenen Gebieten wie der experimentellen Sinnesphysiologie, als deren Mitbegründer er gilt, der Anatomie, Pathologie sowie Paläontologie und Entwicklungsbiologie. Zudem gehört er zu den Pionieren der Meeresbiologie.

Müller erklärte unter anderem das Phänomen des „Sternchensehens“ nach einem Schlag aufs Auge, entdeckte die Zellstruktur von Tumoren, stellte eine mustergültige Systematik der Fische auf, und fand den lebend gebärenden „Hai des Aristoteles“. Als einer der Ersten setzte Müller dabei konsequent empirische Forschungsmethoden ein. Er experimentierte – auch im Selbstversuch – , mikroskopierte, führte chemische Analysen durch, präparierte, beobachtete.

Müller wurde 1833 an die Berliner Universität berufen. Als Lehrer inspirierte er eine ganze Generation erfolgreicher Naturwissenschaftler wie Hermann von Helmholtz, Rudolf Virchow oder Ernst Haeckel. Eine Ausstellung im Lichthof der HU stellt jetzt Leben und Werk dieses vielseitigen Naturforschers vor. Erstmalig werden Dokumente aus Müllers Nachlass gezeigt, den die Nachfahren dem Universitätsarchiv Ende 2007 übergeben haben. Ergänzend zur Ausstellung erscheint ein Booklet mit einem Stadtrundgang zu Erinnerungsorten an Johannes Müller, erstellt von Studierenden der Geschichtswissenschaften (32 Seiten, Vergangenheitsverlag). HU

Ausstellung im Lichthof des Hauptgebäudes bis 15. November, Mo. bis Fr. 11 bis 19 Uhr, Sa. 10 bis 17 Uhr, Eintritt frei.

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