Zeitung Heute : Das geht uns an die Leber

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Die Leberentzündung Hepatitis gehört zu den häufigsten Viruserkrankungen. Allein das gefährliche HepatitisC-Virus (HCV) ist weiter verbreitet als Aids: 170 Millionen Menschen sind weltweit infiziert. Während Hepatitis B bei 90 Prozent der behandelten Patienten ausheilt, führt das HC-Virus in den meisten Fällen zu einer chronischen Lebererkrankung. Diese ist heute in den westlichen Ländern einer der häufigsten Gründe für Transplantationen.

Das HC-Virus wurde 1989 identifiziert – reichlich spät. Denn das Virus wird mit dem Blut übertragen. Erst nachdem das Virus bekannt war, konnten Blutprodukte und Transfusionen getestet werden. Seit Anfang der 90er Jahre ist das Routine.

Eine sexuelle Übertragung ist bei HC-Virus extrem selten. Heute erfolgen hier zu Lande die meisten Neuansteckungen im Drogenmilieu. Nicht so in Entwicklungsländern, in denen immer noch verseuchte Blutprodukte und nicht sterilisierte Spritzen verwendet werden. In Afrika gelten gut fünf Prozent der Bevölkerung als infiziert – in Europa sind es nur ein Prozent.

Ein Impfstoff gegen Hepatitis C ist bis heute nicht gefunden. „Das liegt daran, dass das Virus sich sehr schnell verändert“, sagt Helga Meisel, Virologin an der Berliner Charité. Bleibt eine Therapie: Das Medikament Interferon-alpha in Kombination mit Ribavirin zeitigt Erfolge. Die Wirkstoffe aktivieren körpereigene Enzyme, die die Synthese viraler Bestandteile hemmen. Bei etwa der Hälfte der behandelten Patienten konnte die Leberentzündung gestoppt werden.

HEPATITIS C

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