Zeitung Heute : Das ist zum In-die-Luft-gehen

Klaus Kurpjuweit

Der Flughafen Tempelhof schließt, die Fluglinien müssen ausweichen. Was kostet das die Reisenden?

Der vorgesehene Umzug der Tempelhofer Fluggesellschaften nach Tegel kann für die Airlines zwar teuer, für die Kunden am Ende aber sogar billiger werden. Dass die Preise steigen, ist nach Ansicht des Deutschlanddirektors der SN Brussels Airlines, Daniel Noraman, unwahrscheinlich. „Wir können den Kunden doch nicht unsere Nachteile aufbürden“, sagte Noraman. Der Wettbewerb in Tegel kann umgekehrt sogar dazu führen, dass die Preise gesenkt werden.

Bisher bieten zum Beispiel Brussels Airlines und Lufthansa Flüge von Berlin nach Brüssel an – die belgische Gesellschaft fliegt ab Tempelhof, Lufthansa ab Tegel. Der Wettbewerb erfolgt so bisher nicht nur über den Preis, sondern auch über den Standort. Tempelhof lockt hier mit kurzen Wegen ins Zentrum, was bisher vor allem Mitarbeiter der Regierung nutzen, so Noraman. Entfällt das Standortargument, bleibt der Wettbewerb nur noch beim Service und eben auch beim Preis. Flüge am nächsten Mittwoch gab es gestern bei Brussels Airlines für 784,62 Euro, bei Lufthansa für 791,93 Euro.

Dass sich die Kosten bei einem Umzug stark erhöhen, ist auch unwahrscheinlich, wenn es in Tegel keine direkten Konkurrenten gibt. Die Gebühren seien ähnlich, sagte Flughafensprecherin Rosemarie Meichsner. Für den Umzug soll es außerdem eine finanzielle Unterstützung geben. Gründe, den Ticketpreis zu erhöhen, gibt es also kaum.

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