Zeitung Heute : Das "Meister-Bafög" bekommen nicht nur Meisterschüler, sondern auch Techniker, Betriebswirte und andere

Die Bezeichnung Meister-Bafög ist irreführend. Natürlich werden nicht nur Meisterschüler vom Staat finanziell unterstützt. Die Förderung nach dem Aufstiegsförderungsgesetz (AFBG) ist - wie bei Studenten auch - teilweise auf Darlehensbasis. Finanzspritzen bekommen alle, die eine anerkannte Berufsausbildung haben und sich zu Handwerks- oder Industriemeistern, Technikern, Fachkaufleuten oder Betriebswirten weiterbilden möchten. Im vergangenen Jahr haben über 53 000 Personen Leistungen nach dem AFBG in Anspruch genommen.

Voraussetzung: Die Schulung muss gezielt auf eine öffentlich-rechtliche Fortbildungsprüfung vorbereiten und unterhalb eines Hochschulabschlusses, aber über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen- oder Gehilfenprüfung liegen. In Vollzeit bedeutet das: mindestens 400 Unterrichtsstunden innerhalb von zwei Jahren, in der Regel 25 Unterrichtsstunden an fünf Tagen wöchentlich. In Teilzeit: mindestens 150 Unterrichtsstunden innerhalb eines halben Jahres, insgesamt nicht länger als vier Jahre.

Wer an einer Vollzeitmaßnahme teilnimmt, bekommt vom Staat monatlich einen Unterhaltsbeitrag, der von Einkommen und Vermögen abhängig ist und sich aus Zuschuss und Darlehen zusammensetzt. Für Alleinstehende heißt das 1045 Mark. Für Alleinstehende mit Kind sind es 1300 Mark, für Verheiratete sogar 1 470 Mark. Verheiratete mit einem Kind erhalten 1 720 Mark, mit zwei Kindern 1 970 Mark. Hinzu kommen für Alleinerziehende monatlich 200 Mark für die Kinderbetreuung.

Zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren kann ein zinsgünstiges Darlehen in Höhe der Gebühren bis maximal 20 000 Mark beantragt werden. Mit der Rückzahlung muss zwei Jahre nach Abschluss der Fortbildung begonnen werden. Innerhalb von zehn Jahren sind in monatlichen Raten mindestens 250 Mark fällig. Wichtig: Wer die Förderungsbedingungen erfüllt, hat einen individuellen Rechtsanspruch auf Unterstützung. Die Broschüre "Aufstiegsförderung" mit Adressen der zuständigen Antragstellen gibt es beim Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft ( information@bmbf.bund400.de ).

Möglicherweise gelingt es aber trotz Weiterbildung nicht, in seinem Beruf Arbeit zu finden. Zum Beispiel, weil technische Entwicklungen Berufe überflüssig machen, oder die Gesundheit nicht mehr mitspielt. Hier kann Umschulung eine zweite Chance sein. Sie ist in der Regel um ein Drittel kürzer als die vergleichbare Berufsausbildung, endet jedoch ebenso mit einem anerkannten Abschluss. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Details in der kostenlosen, im Berufsinformationszentrum erhältlichen Broschüre "IBZ - Ihre berufliche Zukunft: Chancen ergreifen, Berufliche Umschulung".

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben