Zeitung Heute : „Das mit dem Studienplatz in Berlin wird nicht leicht“

Protokolle: Franziska Felber

„Wie Chiara habe ich in der Prüfungszeit Geburtstag. Den 18. möchte ich trotzdem feiern. Das wird viel Arbeit, ich habe aus unserem riesigen Jahrgang ziemlich viele Leute eingeladen. Manchmal denke ich, die Beziehungen zu den Mitschülern wären intensiver, wenn wir weniger wären. Auf Abifahrt fahre ich mit 88 Mitschülern nach Spanien. Wir fliegen in zwei Flugzeugen. Einige kennt man gar nicht, manche sind viel älter als ich.

Der Doppeljahrgang ist unvermeidbar, irgend jemanden musste es treffen. Für die G8-Schüler ist er jedoch benachteiligend. Ich merke das besonders in Mathe und Sprachen. Viele G9-Schüler waren in der 11. Klasse im Ausland und heben durch ihre Sprachkenntnisse das Leistungsniveau. In Mathe hören wir neuen Stoff oft zum ersten Mal, während die anderen ihn schon hatten. Gerade am Anfang der Oberstufe habe ich mich oft überfordert gefühlt. Dennoch glaube ich, dass die Schule in zwölf Jahren gut zu schaffen ist. Aber der Stoff sollte effizienter organisiert sein. Man vergisst so vieles wieder, da sollte man besser aussortieren.

Im Moment habe ich das Gefühl, dass mir ein Jahr geschenkt wurde. Ich will sofort studieren – auch wenn ich noch nicht sicher bin, was. Es soll aber in Berlin sein, denn mit dem Ausziehen warte ich noch. Ich bin ja erst 17. Das mit dem Studienplatz wird nicht leicht, aber panisch bin ich nicht.“ Protokolle: Franziska Felber

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