Zeitung Heute : „Das Problem NPD bleibt“

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Die NPD kam in Dresden I nur auf 2,6 Prozent der Stimmen. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Unterstützung für die NPD nachlässt, Herr Bringt?

Das glaube ich nicht. Es gibt immer noch die bekannten Hochburgen der NPD, vor allem in der Sächsischen Schweiz. Dort kam sie auch bei dieser Bundestagswahl auf teilweise zweistellige Ergebnisse. Insofern ist die Zustimmung zwar im Vergleich zur Landtagswahl 2004 zurückgegangen, gegenüber der Bundestagswahl 2002 aber hat sie sich verdreifacht. Das ist sehr viel, wenn man bedenkt, dass die Debatten im Wahlkampf eher zwischen den großen Parteien ausgefochten wurden.

Warum hat es der NPD auch nichts gebracht, dass sie mit Franz Schönhuber einen prominenten Kandidaten hatte?

Schönhuber kommt nicht aus Dresden, die Verankerung vor Ort fehlte. Er wirkte eher wie eine Kunstfigur. Ganz anders war das bei dem NPD-Kandidaten Uwe Leichsenring, der in der Sächsischen Schweiz auf zweistellige Ergebnisse kam. Das Problem NPD bleibt.

Wie verhält sich die NPD im Landtag?

Das ist zwiegespalten. Bei bestimmten Themen, zum Beispiel der Aufklärung der Landesbank-Affäre, war die NPD sehr gut informiert. Auch bei Betriebsschließungen ist sie oft gut vorbereitet. Auf der anderen Seite sind immer wieder NPD-Vertreter zu finden, die sich in den Ausschüssen nicht mal zu Wort melden.

Setzt sich die sächsische Politik offensiv genug mit der NPD auseinander?

Die NPD sitzt auch in einigen Kreistagen, deshalb kommen viele Menschen in den Kommunen nicht mehr daran vorbei, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Andererseits fürchten viele auch, sie würden das Image der Region beschädigen, wenn darüber geredet würde.

Friedemann Bringt arbeitet beim Kulturbüro Sachsen in Dresden, das sich vor allem um Projekte gegen Rechtsextremismus kümmert.

Das Gespräch führte Fabian Leber.

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